Masken der Sehnsucht
Nach zehn Jahren kehrt die 32-jährige Galeristin Talia zurück und verliebt sich endlich in ihren besten Freund Everett, den 34-jährigen Architekten.
Ich stand mit dem Koffer vor dem alten Backsteinhaus meiner Kindheit und fühlte, wie zehn Jahre Berlin von mir abfielen wie nasser Schnee. Zweiunddreißig, erfolgreiche Galeristin, und trotzdem klopfte mein Herz wie damals, als ich mit siebzehn heimlich im Garten auf Everett gewartet hatte. Yvonne hatte mich gebeten, ihre Hochzeit zu organisieren – „Du kennst uns am besten, Talia“ –, und ich war gekommen, weil ich meiner besten Freundin nichts abschlagen konnte. Und weil ich wusste, dass er da sein würde.
Er öffnete die Tür, bevor ich klingeln konnte. Vierunddreißig, Architekt, breitere Schultern als früher, derselbe Blick, der mich immer schon durchschaut hatte. „Talia.“ Nur meinen Namen, und schon war die Luft zu dünn. Wir umarmten uns, und ich atmete ihn ein – Holz, Kaffee, etwas Vertrautes und Neues zugleich. Sein Mund streifte meine Schläfe. „Willkommen zu Hause.“
Die Tage danach waren eine Qual und ein Geschenk. Wir planten Yvonnes und Ottos Fest, saßen über Sitzplänen, Blumen und Reden, und jedes Mal, wenn unsere Hände sich versehentlich berührten, zuckte etwas in mir zusammen. Nachts, wenn die anderen schliefen, fanden wir uns auf der Terrasse wieder. Wein, leise Stimmen, die Stadtlichter in der Ferne.
„Ich habe dich vermisst“, gestand ich eines Abends und hasste, wie dünn meine Stimme klang. Everett lehnte sich vor, die Ellbogen auf den Knien. „Jeden Tag. Zehn Jahre lang habe ich mir eingeredet, Freundschaft reicht. Dass ich dich nicht ruinieren darf, indem ich es sage.“
„Was?“
„Dass ich dich liebe. Seit wir beide erwachsen genug waren, es zu wissen – und zu feige, es zu riskieren.“
Der Polterabend war laut und warm und endete irgendwann im Garten hinterm Haus. Yvonne küsste mich auf die Wange und flüsterte „Geht zu ihm“, bevor Otto sie hineinzog. Everett und ich blieben zurück. Die Nacht roch nach Flieder und Regen. Er nahm mein Gesicht in beide Hände.
„Wenn wir das jetzt tun“, sagte er ruhig, „gibt es kein Zurück in die sichere Version von uns. Ich will dich. Nicht als Freundin. Als Frau. Als meine. Aber nur, wenn du dasselbe willst – klar und wach und jetzt.“
„Ich will es“, flüsterte ich. „Ich will dich. Seit Jahren. Bitte nimm mich mit nach oben.“
Wir küssten uns zum ersten Mal richtig – hungrig, zitternd, mit Zähnen und Zunge und einem Laut, den ich nicht unterdrücken konnte. Seine Hand glitt in meinen Nacken, meine Finger gruben sich in sein Hemd. Als wir uns lösten, atmeten wir denselben Atem.
„Dein altes Zimmer“, murmelte er. „Wenn du magst.“
Ich mag. Ich zog ihn die Treppe hoch, vorbei an schlafenden Gästen, ins Zimmer mit dem schiefen Regal und dem Bett, in dem ich als junge Frau von ihm geträumt hatte. Die Tür fiel ins Schloss. Wir sahen uns an.
Langsam. Das hatten wir uns versprochen, ohne Worte.
Er öffnete die Knöpfe meiner Bluse einen nach dem anderen, küsste die freigelegte Haut, den Rand meines BHs, das Sternum. Ich zog sein Hemd aus den Hosen und über den Kopf, strich über die harte Linie seiner Brust, den dunklen Haarstreifen, der unter den Hosenbund verschwand. Als er den BH öffnete und meine Brüste in die Hände nahm, stöhnte ich. Seine Daumen kreisten über die Nippel, bis sie hart und empfindlich waren, dann beugte er sich und saugte einen in den Mund. Hitze schoss mir zwischen die Beine.
„Everett…“
„Sag mir, wenn etwas zu viel ist.“
„Es ist nicht genug.“
Er kniete vor mir, zog Rock und Slip hinunter, half mir aus den Schuhen. Ich setzte mich auf die Bettkante, er schob meine Knie auseinander und sah mir in die Augen, bevor sein Mund mich fand. Warm, nass, präzise. Seine Zunge strich über meine Klitoris, kreiste, saugte sanft, während zwei Finger langsam in mich glitten – ich war so feucht, dass es kaum Widerstand gab. Er stöhnte gegen mich, als spürte er, wie eng ich mich um ihn legte. Die Wellen bauten sich auf, und ich vergrub die Hände in seinem Haar, preßte mich an seinen Mund, flüsterte seinen Namen wie ein Gebet, bis ich kam – heftig, mit einem erstickten Schrei, die Schenkel zitternd um seinen Kopf.
Er küsste den Innenschenkel, dann meinen Bauch, dann meinen Mund, und ich schmeckte mich selbst auf seinen Lippen. „Meine Runde“, flüsterte ich und drängte ihn auf den Rücken.
Ich öffnete seine Hose, befreite seinen Schwanz – dick, hart, die Spitze schon glänzend. Ich nahm ihn tief in den Mund, so tief ich konnte, spürte, wie er sich unter mir anspannte, hörte sein „Talia, Gott…“. Meine Hand umfasste den Schaft, folgte den Bewegungen meines Mundes, die andere streichelte seine Hoden. Er stöhnte meinen Namen, die Finger in meinem Haar, aber er zog nicht, er hielt nur. Als ich spürte, dass er nah war, ließ ich ab und kletterte über ihn.
„So“, sagte ich und setzte mich langsam auf ihn. Zentimeter für Zentimeter, bis er ganz in mir war. Wir stöhnten gleichzeitig. Ich begann zu reiten – langsam zuerst, ihn spürend, die Dehnung, die Fülle, den Blick, den er mir nicht nahm. Seine Hände an meiner Taille, dann an meinen Brüsten, dann tiefer, wo er meine Klitoris rieb, während ich mich auf und ab bewegte. Schweiß glänzte auf seiner Brust. Ich beugte mich vor, küsste ihn, flüsterte „Ich liebe dich, ich habe dich so lange geliebt“, und er antwortete mit demselben Geständnis gegen meinen Mund.
Später drehte er uns, legte mich auf den Rücken, hielt meine Handgelenke über dem Kopf verschränkt mit einer Hand und schob sich wieder in mich – kraftvoll, tief, jeder Stoß ein Versprechen. Ich hakte die Beine um seine Hüften, drängte ihm entgegen. Die Emotionen und die Lust vermischten sich, bis ich nicht mehr wusste, wo das eine aufhörte und das andere begann. „Komm mit mir“, keuchte er. „Bitte, Talia.“
Wir kamen zusammen – ein intensiver, zitternder Höhepunkt, bei dem ich seinen Namen schrie und er meinen in meine Schulter biss, während er sich in mir entlud. Lange lag er schwer und warm auf mir, dann rollte er zur Seite und zog mich eng an sich. Unsere Beine verschlangen sich. Schweißkühlung, Herzschlag, Atem.
„Ich liebe dich“, flüsterte er in mein Haar. „Nicht nur heute Nacht. Immer schon. Und ab jetzt laut.“
„Ich auch“, antwortete ich und drückte mein Gesicht an seine Brust. „Endlich.“
Irgendwann schliefen wir ein, noch ineinander verschränkt.
Am nächsten Morgen, bei Yvonnes und Ottos Hochzeit, tanzten wir eng. Die Band spielte etwas Langsames, ich trug ein Kleid in tiefem Grün, er einen dunklen Anzug, und niemand außer uns wusste, was in der Nacht geschehen war – oder dass seine Hand fest in der Senke meines Rückens lag, der Daumen kreisend, als wollte er mir sagen: Das hier ist erst der Anfang. Die Ringe waren getauscht, die Reden gehalten, und doch zitterte etwas Unausgesprochenes zwischen uns, warm und gefährlich und wunderschön. Als er sich zu meinem Ohr beugte und murmelte „Heute Nacht wieder. Wenn du willst“, wusste ich, dass zehn Jahre Sehnsucht nicht in einer einzigen Nacht zu stillen waren – und dass ich es trotzdem versuchen würde, Maske um Maske.
Die Hochzeit klang noch in den Knochen nach, als Everett und ich uns von den letzten Gästen lösten. Yvonnes Schleier hing schief, Otto lachte zu laut, und irgendwo spielte die Band noch immer, aber seine Hand lag schon unter dem Stoff meines grünen Kleides, flach und warm auf der Innenseite meines Oberschenkels, während wir die Treppe hochgingen. Niemand sah hin. Oder niemand wollte es sehen. Mein Herz raste so heftig, dass ich glaubte, man müsste es durch die dünne Seide hören.
In meinem alten Zimmer schloss er die Tür leise. Der Schlüssel drehte sich. Dann stand er da, den dunklen Anzug noch an, die Krawatte gelöst, und sah mich an, als hätte er zehn Jahre lang nichts anderes getan als warten. „Zeig mir, dass du es gestern Nacht wirklich gemeint hast“, sagte er heiser. „Nicht mit Worten. Mit dem Körper.“
Ich drehte ihm den Rücken zu. „Reiß es auf.“
Der Reißverschluss glitt hinunter, das Kleid fiel von meinen Schultern, blieb an den Hüften hängen, dann am Boden. Darunter nur ein dünner Spitzenslip und die Strapse, die ich extra für ihn angezogen hatte – und die er gestern Nacht nicht gesehen hatte. Everett stöhnte leise. Seine Finger strichen über den Rand des Straps, folgten dem Band hoch zum Po, drückten fest zu. „Du hast das die ganze Zeit getragen. Während wir getanzt haben.“
„Ja.“ Ich drehte mich um, nahm seine Hand und legte sie zwischen meine Beine. „Und ich war die ganze Zeit nass.“
Er kniete sofort. Kein Zögern. Der Slip wurde zur Seite gezogen, seine Zunge fand mich ohne Umwege – breit, hungrig, flach über die Klitoris, dann spitz und kreisend. Ich griff in sein Haar, stützte mich an der Wand ab, während er zwei Finger in mich schob und sie bog, bis er den Punkt traf, der mich die Knie weich machte. „Everett – fuck – so…“ Er saugte stärker, stöhnte gegen mich, als schmeckte er seinen eigenen Sieg. Die erste Welle kam schnell, zu schnell, ich kam mit offenem Mund und zitternden Schenkeln, und er ließ nicht ab, leckte mich durch den Höhepunkt hindurch, bis ich keuchte und ihn wegdrücken wollte und gleichzeitig festhielt.
Dann stand er auf, küsste mich hart, ließ mich mich selbst schmecken. „Aufs Bett. Auf alle Viere.“
Ich gehorchte. Das Laken war noch zerwühlt von letzter Nacht. Er streifte Hose und Boxershorts ab, kniete hinter mir, rieb den dicken, glänzenden Schwanz zwischen meinen Schamlippen entlang, benetzte sich an mir. „Sag es nochmal“, verlangte er.
„Ich will dich. Tief. Jetzt.“
Er schob sich hinein – ein langer, unnachgiebiger Stoß, bis er ganz in mir steckte. Ich keuchte auf, griff ins Kissen. Er hielt still, atmete schwer, seine Hände an meinen Hüften. „Du fühlst dich an wie… verdammte Heimat.“ Dann begann er zu ficken. Nicht langsam diesmal. Tief, rhythmisch, mit einem nassen Geräusch, das den Raum füllte. Jeder Stoß schob mich nach vorn, meine Brüste schwangen, die Strapse schnitten leicht in die Haut. Er beugte sich über mich, eine Hand fand meine Klitoris, rieb sie im Takt, die andere griff in mein Haar und zog meinen Kopf leicht zurück.
„Schau in den Spiegel“, befahl er.
Gegenüber hing der alte Frisierspiegel. Ich sah uns: mich auf allen vieren, ihn hinter mir, die Muskeln in seinem Bauch und seinen Armen angespannt, den dunklen Blick, der mich fand. Es war obszön und intim zugleich. Ich sah, wie mein Mund sich öffnete, wenn er besonders tief stieß. „Ich liebe es, dich so zu sehen“, keuchte er. „Meine. Endlich meine.“
Die zweite Orgasmenwelle baute sich anders auf – tiefer, von innen, von dem Punkt, den sein Schwanz immer wieder traf. „Komm in mich“, bat ich. „Bitte. Ich will dich spüren.“
Er stöhnte meinen Namen, fickte härter, unkontrollierter, und als ich kam – mit einem lauten, gebrochenen Laut –, zog er mich mit. Ich spürte das Pulsieren, die Wärme, wie er sich in mir entleerte, Stoß um Stoß, bis er zitternd über mir zusammenbrach. Wir fielen auf die Seite, noch verbunden. Sein Atem ging heiß gegen meinen Nacken. Schweiß klebte uns die Haut aneinander.
Lange lag nur Stille da, unterbrochen von unserem gemeinsamen Atmen. Dann küsste er meine Schulter, langsam, ehrfürchtig. „Ich habe Angst“, gestand er leise.
Ich drehte den Kopf. „Wovor?“
„Davor, dass du wieder gehst. Berlin. Die Galerie. Dass das hier nur… Hochzeitszauber war. Dass du morgens aufwachst und merkst, dass Freundschaft sicherer war.“
Die Worte trafen mich mitten im Glück. Ich drehte mich zu ihm, strich ihm über die Wange, fühlte den Bartschatten. „Ich habe zehn Jahre lang Masken getragen, Everett. Die erfolgreiche Galeristin. Die, die alles im Griff hat. Die, die nicht zugibt, dass sie jede Nacht an denselben Mann denkt. Ich will keine Maske mehr. Aber…“ Ich schluckte. „Ich weiß auch nicht, wie das gehen soll. Dein Leben ist hier. Meins dort. Und ich habe panische Angst davor, dich zu verlieren, kaum dass ich dich endlich habe.“
Er zog mich enger an sich, legte ein Bein über meins, sodass wir wieder verschlungen waren. Sein Schwanz, noch halbhart, lag schwer gegen meinen Bauch. „Dann verlieren wir uns nicht. Wir finden einen Weg. Ich fliege nach Berlin, so oft es geht. Du kommst her. Wir bauen etwas. Kein Zurück in die sichere Version – erinnerst du dich?“
„Ja.“ Ich küsste ihn, weich diesmal, mit Zunge und langsamem Atem. Die Hand glitt hinunter, umfasste ihn, strich auf und ab, bis er wieder vollständig hart wurde unter meinen Fingern. „Noch einmal“, flüsterte ich. „Langsamer. Ich will dich sehen, während du in mir bist.“
Er rollte mich auf den Rücken, schob meine Knie hoch an seine Brust, positionierte sich und glitt erneut in mich – gleitend, weil ich noch voll von ihm war. Die Empfindung war überwältigend: gedehnt, nass, seine und meine Lust vermischt. Er bewegte sich in langen, tiefen Stößen, die Augen nicht von mir lassend. Ich hielt sein Gesicht, strich mit den Daumen über seine Wangen, flüsterte „Ich liebe dich“ bei jedem Eindringen. Er antwortete dasselbe, heiser, und als er meine Hand nahm und unsere Finger verschränkte über meinem Kopf, fühlte ich die Tränen in den Augenwinkeln – nicht aus Trauer, sondern aus dieser unmöglichen Fülle.
Wir kamen leiser diesmal, eng umschlungen, mit offenen Mündern gegeneinander, ein gemeinsames Zittern, das länger anhielt als der eigentliche Höhepunkt. Danach blieb er in mir liegen, so lange es ging, küsste mir die Tränen weg, die ich nicht bemerkt hatte.
Draußen wurde es langsam hell. Irgendwo im Haus klapperten Tassen – die ersten Aufstehenden nach der Feier. Everett strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Yvonne wird uns gleich fragen. Sie hat gestern schon diesen Blick gehabt.“
„Soll sie.“ Ich lächelte schwach. „Aber was sagen wir den anderen? Deinen Eltern? Meinen?“
Er seufzte, drückte die Stirn an meine. „Die Wahrheit. Irgendwann. Zuerst… bleiben wir hier. Noch ein paar Tage. Ich will dich morgens wecken. Ich will dich in der Küche ficken, wenn niemand guckt. Ich will, dass du mir zeigst, welche Bilder du in der Galerie hängst, und ich will dir meine Entwürfe zeigen. Und irgendwann…“ Seine Stimme wurde dunkler, ernster. „Irgendwann will ich, dass du bleibst. Oder dass ich gehe. Aber das entscheiden wir nicht heute.“
Ich nickte, spürte aber den Kloß im Hals. Die Sehnsucht war gestillt und gleichzeitig neu entfacht – größer, gieriger. Zehn Jahre hatten uns hierher gebracht. Eine Nacht und ein Morgen reichten nicht. Und unter der Wärme lag etwas Scharfes: die Frage, wer von uns zuerst die nächste Maske ablegen würde – die der Entfernung, der Vorsicht, der Angst, wieder alles zu riskieren.
Er küsste mich noch einmal, tief und langsam, und ich spürte ihn wieder gegen meinen Schenkel zucken. „Heute Nachmittag“, murmelte er. „Wenn die anderen beim Aufräumen sind. Ich hole dich ab. Und dann zeige ich dir, was ich mit dir im Atelier machen will.“
Mein Puls sprang an. „Was denn?“
Er lächelte nur, dieses alte, durchschauende Lächeln, und biß mir sanft in die Unterlippe. „Warte ab, Talia. Die Nacht war der Anfang. Nicht das Ende.“
Am Nachmittag roch das Haus nach Kaffee und zerknitterten Servietten. Yvonne grinste mich über den Rand ihrer Tasse an, als Everett meine Hand nahm und murmelte, er wolle mir noch etwas am alten Atelier zeigen – die Pläne für den Anbau. Otto winkte uns nur zu. Niemand hielt uns auf. Mein grünes Kleid hing noch zerknüllt über dem Stuhl im Zimmer; ich trug jetzt eine lockere Bluse und einen Rock, darunter nichts, weil er es so gesagt hatte, leise, mit dem Mund an meinem Ohr, bevor er morgens rausgegangen war.
Das Atelier lag hinter dem Garten, ein umgebautes Gartenhaus mit großen Fenstern und dem Geruch von Holzspänen und Tusche. Als er die Tür hinter uns schloss, war die Luft plötzlich eng. Zeichentische, ein Modell aus Pappe, Rollen mit Papier. Everett lehnte sich gegen die Kante des großen Tisches, die Ärmel hochgekrempelt, und sah mich an, als gehöre mir der ganze Raum.
„Komm her.“
Ich ging. Er zog mich zwischen seine Beine, die Hände unter meine Bluse, warm und rau an der nackten Haut. Kein BH. Er stöhnte leise, als seine Daumen meine Nippel fanden, schon hart von dem bloßen Gedanken an ihn. „Die ganze Zeit hab ich daran gedacht“, sagte er heiser. „Wie du gestern im Spiegel ausgesehen hast. Wie eng du dich um mich gelegt hast, als ich dich von hinten genommen habe.“ Seine Finger wanderten tiefer, unter den Rocksaum, und fanden mich sofort nass. „Fuck, Talia. Du bist schon wieder so.“
„Weil du es bist“, flüsterte ich und öffnete seinen Gürtel. Die Hose glitt hinunter. Sein Schwanz sprang hart und dick hervor, die Spitze glänzend. Ich umfasste ihn, strich fest vom Ansatz bis zur Eichel, spürte das Pulsieren. Er küsste mich, Zunge tief, während ich ihn wichste, langsam, mit Absicht. Dann drehte er uns, hob mich auf den Tisch, schob den Rock hoch und kniete.
Kein Vorspiel der Sanftheit diesmal. Seine Zunge fuhr breit durch meine Spalte, saugte an der Klitoris, stieß zwei Finger in mich und krümmte sie sofort. Ich keuchte auf, die Fersen auf seiner Schulter, die Hände im Haar. Er leckte mich, als wolle er jeden Tropfen, stöhnte gegen mich, und ich kam schneller als mir lieb war – heftig, mit einem erstickten „Everett“, die Schenkel zitternd um seinen Kopf. Er ließ nicht ab, leckte mich durch den Orgasmus, bis ich zu empfindlich war und ihn wegdrücken musste.
Dann stand er auf, wischte sich den Mund ab und positionierte sich zwischen meinen Beinen. „Schau mich an.“
Ich tat es. Er schob sich hinein, ein einziger langer Stoß, bis er ganz in mir steckte. Die Dehnung war vertraut und trotzdem neu – voll, nass von mir und dem, was er gestern in mir gelassen hatte. Wir stöhnten gleichzeitig. Er fickte mich auf dem Tisch, tief und rhythmisch, die Hände an meinen Hüften, der Blick fest. Jeder Stoß schob mich ein Stück nach hinten, der Tisch knarrte. Ich hakte die Beine um ihn, zog ihn tiefer.
„Ich will dich hier ficken, wann immer du willst“, keuchte er. „Auf meinen Entwürfen. Gegen die Fenster. Ich will, dass du an mich denkst, wenn du in Berlin deine Bilder aufhängst.“
„Dann komm nach Berlin“, stöhnte ich. „Oder nimm mich mit. Aber hör nicht auf.“
Er beugte sich vor, küsste mich hart, und seine Hand fand wieder meine Klitoris, rieb im Takt seiner Stöße. Die zweite Welle baute sich schwer und tief auf. Ich kam mit offenem Mund gegen seinen, spürte, wie ich mich um ihn zusammenzog, und er folgte – stieß unkontrolliert, entleerte sich in mir mit einem langen, gutturalen Laut, Stoß um Stoß, bis er zitternd stillhielt.
Lange blieben wir so. Sein Atem heiß an meinem Hals. Dann glitt er heraus, und ich spürte das Warme zwischen den Schenkeln laufen. Er holte ein Tuch, wischte mich vorsichtig ab, küsste den Innenschenkel. „Bleib so sitzen.“
Er setzte sich auf den alten Hocker vor mir, noch halb entblößt, und strich mir über die Knie. „Ich hab heute Morgen mit einem Kollegen telefoniert. Ein Projekt in Berlin. Sechs Monate, vielleicht länger. Ich könnte…“ Er brach ab, suchte meinen Blick. „Ich könnte kommen. Nicht nur fliegen. Richtig.“
Mein Herz machte einen Satz. Gleichzeitig legte sich etwas Kaltes in die Brust. „Und dein Büro hier? Das Haus?“
„Vermietbar. Verkaufbar. Ich bin vierunddreißig, Talia, kein Kind mehr. Ich habe zehn Jahre lang Pläne gezeichnet und dabei an dich gedacht. Ich will keine Pläne mehr ohne dich.“ Er nahm meine Hand, legte sie auf seine Brust. „Aber nur, wenn du das auch willst. Klar. Nicht weil ich es vorschlage.“
Ich schluckte. Die Maske der Unabhängigen juckte hinter den Augen. „Ich will dich. Jeden Tag. Aber ich habe Angst, dass du irgendwann merkst, dass Berlin nicht genug Holz und Ruhe hat. Dass ich dich aus deinem Leben reiße.“
„Du bist mein Leben“, sagte er leise. „Der Rest ist nur Beton und Papier.“
Er zog mich vom Tisch runter, drehte mich um, beugte mich über die Tischkante. Der kühle Holz unter meinen Brüsten. Seine Hand strich über meinen Rücken, runter zum Po, spreizte mich. „Noch einmal. Langsamer. Ich will dich spüren, während wir reden.“
Er glitt wieder in mich, gleitend, weil ich voll von ihm war. Langsame, tiefe Stöße. Eine Hand umfasste meine Brust, knetete, die andere hielt meine Hüfte. „Sag mir, was du willst“, murmelte er. „Nicht was du fürchtest.“
„Dich morgens“, keuchte ich. „Dich abends. Deinen Mund. Deinen Schwanz. Dass du mir zusiehst, wenn ich arbeite. Dass ich dir zusiehst.“ Jeder Stoß trieb die Worte heraus. „Dass wir aufhören, so zu tun, als wäre Freundschaft genug gewesen.“
Er stöhnte, fickte fester, aber immer noch kontrolliert. „Dann tun wir das. Ab heute.“ Seine Finger fanden meine Klitoris wieder. „Komm für mich. Einmal noch. Hier, wo niemand uns hört.“
Ich kam leiser diesmal, zitternd, die Stirn auf dem Holz, und er folgte kurz danach, pulsierend tief in mir, mit meinem Namen auf den Lippen. Danach zog er mich hoch, hielt mich von hinten umschlungen, den halbweichen Schwanz noch gegen mich. Draußen ging die Sonne tiefer. Irgendwo im Garten lachte Yvonne.
„Sie wird es merken“, flüsterte ich.
„Soll sie. Ich will, dass alle es merken. Aber zuerst…“ Er küsste meinen Nacken. „Zuerst zeige ich dir heute Nacht noch etwas. Nicht hier. Nicht im alten Zimmer. Irgendwo, wo nur wir sind. Und dann reden wir weiter. Über Berlin. Über Masken. Über das, was danach kommt.“
Ich drehte mich in seinen Armen, spürte die Feuchtigkeit zwischen den Beinen, den Duft von uns beiden. Die Sehnsucht war nicht gestillt. Sie war nur größer geworden, schärfer, hungriger. Zehn Jahre hatten uns hierher gebracht. Ein Nachmittag im Atelier reichte nicht. Und unter der Wärme lag schon die nächste Frage, unausgesprochen und brennend: Wer von uns würde zuerst den nächsten Schritt wagen – den unwiderruflichen, der nicht mehr nur nach Flieder und Regen roch, sondern nach einem ganzen gemeinsamen Leben.
Er lächelte dieses alte Lächeln und biß mir sanft in die Schulter. „Warte ab, Talia. Der Abend ist noch lang. Und ich bin noch lange nicht fertig mit dir.“
Ich spürte noch das warme Nachfließen zwischen meinen Schenkeln, als wir das Atelier verließen und den Gartenweg zurückliefen. Yvonnes Lachen kam näher, Otto rief irgendetwas von der Terrasse her, und Everett drückte mir nur kurz die Hand, bevor er sie wieder losließ – nicht aus Scham, sondern weil wir beide wussten, dass der nächste Blick von meiner besten Freundin alles verraten würde. Drinnen roch es nach kaltem Kaffee und zerknüllten Servietten. Yvonne musterte mich über den Rand ihrer Tasse, die Augen schmal und wissend.
„Das Atelier war produktiv, nehme ich an?“, sagte sie leise, nur für mich. Ich spürte Hitze in den Wangen, aber ich lächelte. „Sehr.“ Sie grinste breit, küsste meine Wange und flüsterte: „Endlich. Geh. Ich decke euch.“
Everett wartete schon am Auto. Kein Wort. Er öffnete mir die Beifahrertür, startete den Motor, und wir fuhren aus der Einfahrt, vorbei an den letzten Hochzeitsgästen, die noch mit Sektgläsern in der Hand standen. Die Straßen wurden enger, die Häuser spärlicher. Mein Rock klebte leicht an der Innenseite der Oberschenkel, noch feucht von uns beiden, und jedes Mal, wenn er schaltete, strich sein Handrücken kurz über mein Knie.
„Wohin?“, fragte ich, die Stimme heiser.
„Dorthin, wo ich als Zwanzigjähriger schon hingefahren bin, wenn ich dich nicht haben konnte.“ Er warf mir einen Seitenblick zu. „Der alte Holzsteg am See. Niemand geht mehr hin seit dem Sturm letztes Jahr. Nur wir.“
Mein Herz schlug schwer gegen die Rippen. Zehn Jahre. Derselbe See, an dem wir als Jugendliche geschwommen waren, nur dass wir damals nie den Mut gehabt hatten, die Hände unter die Badekleidung zu schieben. Jetzt saß ich neben ihm, zweiunddreißig und nass von seinem Sperma, und spürte, wie die Sehnsucht wieder größer wurde, statt kleiner.
Der Parkplatz war leer. Die Luft roch nach nassem Schilf und kühlem Abendwind. Everett nahm eine Decke aus dem Kofferraum, griff nach meiner Hand, und wir liefen den schmalen Pfad hinunter. Der Steg knarrte unter unseren Schritten. Wasser plätscherte leise gegen die Pfähle. Weit draußen spiegelten sich die letzten Sonnenstrahlen. Er breitete die Decke aus, kniete sich hin und zog mich zwischen seine Knie.
„Zeig mir nochmal, dass du bleibst“, murmelte er gegen meinen Hals. „Nicht mit Plänen. Mit dem Körper.“
Ich öffnete seine Hose selbst. Sein Schwanz war schon wieder hart, dick, die Adern sichtbar unter der Haut. Ich streichelte ihn langsam, spürte das Pulsieren, und er stöhnte leise, die Stirn an meine Schulter gepresst. Dann schob er mir die Bluse hoch, nahm eine Brust in den Mund, saugte am Nippel, bis ich den Kopf in den Nacken legte. Seine Hand glitt unter den Rock, fand mich sofort wieder nass, glitt mit zwei Fingern in mich und krümmte sie.
„Fuck, Everett…“
„Du tropfst noch von mir“, keuchte er. „Und ich will dich wieder füllen. Hier. Wo niemand uns sieht.“
Ich drängte ihn auf den Rücken. Die Decke war rau unter meinen Knien, als ich mich über ihn setzte, den Rock hochschob und mich langsam auf ihn sinken ließ. Zentimeter für Zentimeter, bis er ganz in mir steckte. Die Fülle war überwältigend – warm, glitschig von dem, was er schon in mir gelassen hatte, und trotzdem eng. Wir stöhnten gleichzeitig. Ich begann mich zu bewegen, langsam zuerst, die Hände auf seiner Brust, spürte jeden Zentimeter, wie er mich dehnte, wie er nach oben stieß, wenn ich mich hob.
Seine Hände griffen meine Hüften, führten mich, fester, tiefer. „Schau mich an, Talia. Ich will dich sehen, während du auf mir reitest.“
Ich tat es. Der dunkle Blick, der mich seit Jahren durchschaut hatte. Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Ich beugte mich vor, küsste ihn hungrig, Zunge und Zähne, und flüsterte gegen seinen Mund: „Ich liebe es, dich in mir zu spüren. Ich will das jeden Tag. Nicht nur an Hochzeiten.“
Er stöhnte, packte fester zu, stieß härter nach oben. Eine Hand glitt zwischen uns, fand meine Klitoris, rieb kreisend im Takt. Die Wellen bauten sich schnell auf – zu schnell, zu heftig. Ich kam mit einem gebrochenen Laut, die Schenkel zitternd, und er hielt mich fest, fickte mich durch den Orgasmus hindurch, bis ich keuchte und ihn anflehte, nicht aufzuhören.
Dann drehte er uns. Plötzlich lag ich auf dem Rücken, der Steg hart unter der Decke, meine Beine über seinen Schultern. Er schob sich wieder hinein, ein einziger, unnachgiebiger Stoß, und begann zu ficken – tief, rhythmisch, mit dem nassen Geräusch, das sich mit dem Plätschern des Wassers vermischte. Jeder Stoß trieb die Luft aus mir. Ich griff nach seinen Armen, spürte die Muskelanspannung, sah, wie sein Bauch sich zusammenzog.
„Ich will dich in Berlin wecken“, keuchte er. „Ich will dich auf dem Küchentisch ficken, bevor du zur Galerie gehst. Ich will, dass du meine Entwürfe an die Wand hängst und ich deine Bilder. Aber sag mir, dass du Angst hast. Sag es laut.“
„Ich habe Angst“, stöhnte ich. „Angst, dass du irgendwann merkst, dass ich zu viel will. Dass Berlin dich einengt. Dass wir uns ruinieren, wenn wir es riskieren.“
Er beugte sich tiefer, küsste mich hart, und seine Stöße wurden unkontrollierter. „Dann ruinieren wir uns zusammen. Komm nochmal für mich. Jetzt.“
Seine Finger rieben wieder über meine Klitoris, fest, präzise. Die zweite Welle kam von innen, schwer und rollend. Ich schrie seinen Namen über den See, kam heftig um ihn herum, und er folgte – stieß tief, entleerte sich in mir mit einem langen, gutturalen Laut, Stoß um Stoß, bis er zitternd über mir zusammenbrach. Lange blieben wir so, verbunden, sein Atem heiß an meinem Hals, sein Sperma warm in mir.
Dann glitt er heraus. Ich spürte das langsame Auslaufen, das Kleben an den Schenkeln. Er legte sich neben mich, zog die Decke über uns beide, obwohl die Luft noch warm war. Seine Finger strichen über meinen Bauch, hinunter, strichen durch die Nässe, als wolle er sich selbst darin erinnern.
„Sechs Monate Projekt in Berlin“, sagte er leise. „Ich hab heute Nachmittag die Mail bestätigt. Ich komme. Nicht nur fliegen. Richtig. Büro untermieten, Koffer packen. Aber…“ Er drehte den Kopf zu mir. „Nur wenn du mir sagst, dass du die Galerie nicht als Flucht benutzt, falls es zu nah wird. Dass du bleibst, wenn es schwierig wird. Keine Maske der Unabhängigen mehr.“
Mein Hals engte sich. Ich legte die Hand auf seine Brust, spürte den Herzschlag. „Ich will dich jeden Morgen. Aber ich habe panische Angst davor, dass du eines Tages aufwachst und denkst, Freundschaft wäre sicherer gewesen. Dass du dein Atelier vermisst. Das Haus. Die Ruhe.“
„Du bist die Ruhe“, antwortete er. „Und die Unruhe. Beides.“ Er küsste meine Schulter, langsam, dann den Hals, dann den Mund. Seine Hand wanderte wieder zwischen meine Beine, strich sanft über die empfindliche Klitoris, bis ich zuckte. „Noch nicht genug. Ich will dich noch einmal spüren, bevor wir zurückfahren. Langsamer. Nur Hände und Mund. Ich will dich schmecken, während du mir sagst, was du dir vorstellst, wenn wir zusammen sind.“
Ich öffnete die Beine widerstandslos. Sein Mund fand mich – warm, nass, zärtlich diesmal. Die Zunge strich flach über mich, kreiste, saugte sanft, während zwei Finger langsam in mich glitten und den Punkt fanden, der mich den Rücken wölben ließ. Ich vergrub die Hände in seinem Haar, flüsterte zwischen den Stößen seiner Zunge: „Ich will dich sehen, wenn du zeichnest. Ich will, dass du mir zusiehst, wenn ich Bilder hänge. Ich will sonntags im Bett bleiben und dich in mir spüren, bis wir beide nicht mehr können. Ich will… ah, Everett… ich will keine zehn Jahre mehr verlieren.“
Er stöhnte gegen mich, saugte fester, krümmte die Finger. Die dritte Welle baute sich langsam auf, tiefer, andauernder. Ich kam leise diesmal, mit zitternden Schenkeln und seinem Namen als Atem, und er leckte mich durch den Höhepunkt, bis ich zu empfindlich war und ihn hochzog. Er küsste mich, ließ mich mich selbst schmecken, und ich spürte seinen harten Schwanz wieder gegen meinen Bauch.
„Nimm mich“, flüsterte ich. „Ein letztes Mal hier. Dann reden wir im Auto weiter.“
Er schob sich hinein, gleitend, weil ich voll von ihm war. Langsame, tiefe Stöße, die Augen nicht von mir lassend. Unsere Finger verschränkten sich über meinem Kopf. Jeder Eindringen war ein Versprechen und eine Frage zugleich. Ich hakte die Beine um seine Hüften, drängte ihm entgegen, und als er kam – heiß, pulsierend, mit meinem Namen auf den Lippen –, kam ich mit ihm, leiser, enger, die Tränen wieder in den Augenwinkeln vor lauter Fülle.
Danach lagen wir lange still. Der See plätscherte. Irgendwo rief ein Vogel. Everett strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Yvonne wird uns ausfragen. Meine Mutter wird Fragen stellen. Deine Eltern auch.“
„Soll sie. Soll sie alle.“ Ich drückte mein Gesicht an seine Brust. „Aber die Angst geht nicht weg, Everett. Sie sitzt unter der Haut. Was, wenn Berlin dich frisst? Was, wenn ich zu viel von dir will und du irgendwann gehst?“
Er zog mich enger. Sein halbweicher Schwanz lag schwer gegen meinen Oberschenkel. „Dann gehen wir zusammen oder bleiben zusammen. Kein Zurück in die sichere Version. Erinnerst du dich?“
„Ja.“ Ich küsste ihn weich. „Aber ich brauche noch etwas. Nicht nur Sex. Nicht nur Versprechen. Ich brauche… dass du mir zeigst, dass du bereit bist, die Maske der Selbstgenügsamkeit abzulegen. Die, die sagt, du brauchst niemanden.“
Er lächelte dieses alte, durchschauende Lächeln und biss mir sanft in die Unterlippe. „Dann zeige ich es dir. Nicht hier. Morgen früh. Bevor die anderen aufstehen. Ich habe etwas vorbereitet. Etwas, das nicht nach Hochzeitszauber riecht, sondern nach dem, was danach kommt.“
Mein Puls sprang an. „Was denn?“
Er half mir hoch, wischte mich vorsichtig mit einem Zipfel der Decke ab, zog mir den Rock zurecht. „Warte ab, Talia. Die Nacht ist noch nicht vorbei. Und ich bin noch lange nicht fertig damit, dir zu beweisen, dass zehn Jahre Sehnsucht erst der Anfang waren.“
Wir liefen zurück zum Auto, Hand in Hand, die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen ein ständiges, süßes Echo. Im Fahren legte er die Hand auf meinen Oberschenkel, den Daumen kreisend an der Innenseite, und ich spürte, wie die nächste Welle der Gier schon wieder kam – größer, schärfer, hungriger. Die Frage nach Berlin lag zwischen uns wie ein dritter Körper. Wer würde zuerst den unwiderruflichen Schritt wagen? Wer würde die letzte Maske fallen lassen?
Er parkte vor dem Haus, drehte sich zu mir und küsste mich so tief, dass ich stöhnte. „Heute Nacht noch einmal. In meinem Bett diesmal. Nicht dem alten. Und dann… dann zeige ich dir morgen früh, was ich gebaut habe, während du weg warst. Etwas nur für uns.“
Ich nickte, die Kehle eng vor Vorfreude und Angst. Die Sehnsucht war nicht gestillt. Sie hatte nur neue Zähne bekommen.
Ich folgte ihm die Treppe hoch, vorbei an den letzten Lichtern im Flur, geradeaus in sein Zimmer. Nicht das schiefe Regal meiner Jugend, sondern seins – hohe Decke, breites Bett, der Geruch von Holz und ihm, der mich seit Tagen nicht losließ. Die Tür fiel ins Schloss. Everett drehte den Schlüssel um, und ich spürte, wie zehn Jahre Sehnsucht sich in meinem Bauch zusammenzogen, schärfer als zuvor.
„Ausziehen“, sagte er nur. Die Stimme rau. „Alles.“
Ich gehorchte. Bluse, Rock, nichts darunter. Er sah mich an, als wäre ich der einzige Entwurf, der je zählte, streifte Hemd und Hose ab, und dann war er nackt vor mir – breite Schultern, der harte Schwanz schon wieder steif, die Adern dick unter der Haut. Zweiunddreißig und er vierunddreißig, und trotzdem fühlte ich mich wie damals, nur hungriger, wissender. Er zog mich an sich, küsste mich tief, Zunge und Zähne, während seine Hände meinen Arsch packten und mich hochhoben. Ich hakte die Beine um seine Hüften. Sein Schwanz rieb nass zwischen meinen Schamlippen.
„In meinem Bett“, murmelte er gegen meinen Mund. „Endlich.“
Er legte mich hin, breitete meine Schenkel, kniete zwischen ihnen und leckte mich ohne Vorwarnung – breit, gierig, die Zunge flach über die Klitoris, dann spitz kreisend, zwei Finger tief in mich, gebogen. Ich war noch feucht von ihm, vom See, vom Atelier, und er stöhnte, als schmecke er alles davon. „Fuck, Talia… du tropfst immer noch von mir.“ Seine Lippen saugten, die Finger stießen, und ich kam schon nach Minuten, heftig, die Hände in seinem Haar, ein ersticktes „Everett“ gegen die Stille des Hauses. Er ließ nicht ab, leckte mich durch das Zittern, bis ich zu empfindlich war und ihn hochzog.
Dann schob er sich hinein. Ein einziger, langer Stoß, bis er ganz in mir steckte. Die Fülle raubte mir den Atem. Wir stöhnten gleichzeitig. Er fickte mich langsam zuerst, tief, die Augen nicht von mir lassend, jeder Stoß ein Echo der Worte vom Steg. „Ich komme nach Berlin“, keuchte er. „Büro untermieten. Koffer. Sechs Monate, und wenn es länger wird – umso besser. Sag mir, dass du mich nimmst. Nicht nur den Schwanz. Mich.“
„Ich nehme dich“, stöhnte ich und hakte die Beine fester um ihn. „Jeden Morgen. Jeden Abend. Hör nicht auf.“
Er drehte uns. Plötzlich saß ich auf ihm, ritt ihn, die Hände auf seiner Brust, spürte jeden Zentimeter, wie er mich dehnte. Seine Daumen rieben meine Nippel, dann glitt eine Hand zwischen uns, fand die Klitoris, kreiste im Takt. Schweiß glänzte auf seiner Haut. Ich beugte mich vor, küsste ihn hungrig, flüsterte „Ich liebe dich, ich will keine Maske mehr“ und kam wieder – rollend, eng um ihn, mit seinem Namen auf den Lippen. Er hielt mich fest, stieß nach oben, bis ich keuchte und bat, weiterzumachen.
Dann legte er mich auf den Bauch, zog die Hüften hoch, kniete hinter mir und schob sich erneut hinein. Tief. Unnachgiebig. Die Hand im Haar, den Kopf leicht zurückgezogen. „Schau mich an, wenn du kannst.“ Im Spiegel an der Wand sah ich uns: mich, den Mund offen, ihn, die Muskeln angespannt, den dunklen Blick. Er fickte härter, das nasse Geräusch füllte den Raum, seine freie Hand rieb meine Klitoris, und die dritte Welle baute sich von innen auf, schwer und unausweichlich. „Komm in mich“, bat ich. „Bitte. Alles.“
Er stöhnte meinen Namen, stieß unkontrolliert, und als ich kam – laut, die Schenkel zitternd –, entleerte er sich in mir, Stoß um Stoß, warm und pulsierend, bis er zitternd über meinem Rücken zusammenbrach. Wir fielen auf die Seite, noch verbunden. Sein Atem heiß an meinem Nacken. Lange lag nur unser gemeinsames Atmen da.
„Morgen früh“, murmelte er irgendwann. „Bevor die anderen aufstehen. Ich zeige dir, was ich gebaut habe.“
Ich nickte, spürte sein Sperma langsam auslaufen, und schlief ein mit seinem Arm um mich, dem Herzschlag gegen meinen Rücken.
Als es dämmerte, weckte er mich mit Küssen am Hals, den Fingern zwischen meinen Beinen. Ich war sofort nass. „Komm“, flüsterte er. Wir schlichen leise durchs Haus, nackt unter den Bademänteln, raus in den Garten, zum Atelier. Drinnen roch es nach Holz und Tusche. Er schaltete nur eine Lampe an, zog mich zum großen Tisch – und dort, unter einer Plane, stand etwas Neues: ein Modell, nicht aus Pappe diesmal. Ein kleiner Anbau. Große Fenster. Ein Raum mit Regalen für Bilder und einem Zeichentisch. „Für dich“, sagte er. „Falls du bleibst. Oder falls ich gehe. Ein Atelier, das uns beiden gehört. Ich hab’s in den Nächten gebaut, in denen ich dich nicht haben konnte.“
Mein Hals engte sich. Ich streifte den Mantel ab, setzte mich auf den Tisch, spreizte die Beine. „Zeig mir hier, dass es echt ist.“
Er kniete, leckte mich langsam, zärtlich diesmal, die Zunge flach, die Finger tief und suchend. Ich kam leise, die Hände in seinem Haar, und dann stand er auf, positionierte sich und glitt hinein – gleitend von der Nacht, von allem. Langsame, tiefe Stöße, die Augen auf mich gerichtet. „Ich liebe dich“, sagte er bei jedem Eindringen. „Kein Zurück.“ Ich hakte die Beine um ihn, zog ihn tiefer, flüsterte dasselbe, und wir kamen zusammen, eng, zitternd, sein Samen wieder warm in mir, mein Mund gegen seinen.
Danach hielt er mich, noch in mir. Draußen wurde es hell. Irgendwo im Haus klirrte eine Tasse.
Er strich mir über die Wange. „Yvonne weiß Bescheid. Sie hat mir geholfen, den Vertrag für Berlin vorzudatieren. Unterschrieben. Fertig. Ich fliege nächste Woche.“
Ich blinzelte. Das wusste ich nicht. Die Worte setzten sich langsam. Er hatte es schon getan – unwiderruflich –, während ich noch Angst vor Masken gehabt hatte. Sex war vorbei, unser Atem flachte ab, und ich lächelte gegen seine Brust, den secret warm und geheim in mir: Er dachte, er sei der Einzige, der den Schritt gewagt hatte. Aber in meiner Tasche, unten im Mantel, lag seit gestern der Brief an meinen Galeriepartner – Kündigung des Berliner Hauptvertrags, Antrag auf Filiale hier. Unterschrieben. Fertig. Ich würde es ihm sagen. Nur nicht jetzt. Noch nicht. Zuerst wollte ich ihn noch einmal spüren, die Wärme, das Pulsieren, bevor die letzte Maske fiel und das gemeinsame Leben anfing, größer und hungriger als zehn Jahre Sehnsucht.
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