Maskierte Glut auf dem Dach – Eine Fremde ohne Namen
Leilani (28, Architektin) und Magda (31, Event-Managerin) treffen sich maskiert auf dem Dach, geben sich dem heißen, hemmungslosen Lesbensex hin und erkennen einander danach.
Die Luft auf dem Dach schmeckte nach warmem Beton und nach dem Metall der Geländer, das den Tag gespeichert hatte. Ich, Leilani, achtundzwanzig, Architektin, stand barfuß in den Riemchen meiner Sandaletten und hielt die Maske mit zwei Fingern fest, weil der Wind an den Federn zupfte. Unter mir, eine Etage tiefer, lief das geheime Event weiter: Bass, Glasgeklirr, Lachen, das niemanden oben brauchte. Ich war nur hochgegangen, um den Tag aus dem Kopf zu kriegen. Die Präsentation am Morgen hatte sich in meinem Nacken festgesetzt, diese eine Linie in der Fassade, die der Bauherrin nicht gefallen hatte, und ich hatte den ganzen Abend so getan, als wäre ich nur eine Frau in einem schwarzen Kleid und einer venezianischen Maske.
Dann war sie da.
Nicht laut. Nur der Schritt auf dem Kies zwischen den Platten, dann der Geruch: etwas Herbes, Zitrus, Haut. Die Frau blieb einen Meter neben mir an der Brüstung stehen, als hätte sie denselben Punkt in der Stadt gesucht. Ihre Maske war silbern, schmaler als meine, die Lippen darunter dunkel geschminkt. Ich schätzte sie auf Anfang dreißig, und als sie später sprach, bestätigte sie es beiläufig: einunddreißig, Event-Managerin, die diesen Abend mit organisiert hatte und trotzdem geflohen war. Magda. Den Namen sagte sie nicht. Damals nicht.
Wir sahen uns an. Mehr nicht. Durch die Augenlöcher ihrer Maske traf mich ein Blick, der nicht höflich war und nicht neugierig im harmlosen Sinn. Er blieb. Er maß meine Schultern, den Ausschnitt, die Stelle, an der das Kleid an meiner Hüfte spannte. Ich hätte wegsehen können. Ich tat es nicht. Zwischen uns knisterte es so deutlich, dass ich das Summen der Stadt darunter für einen Moment nicht mehr hörte.
„Du auch?“, fragte sie leise. Ihre Stimme war tief, amüsiert, als wüsste sie schon, dass ich ja sagen würde.
„Stress“, sagte ich. „Und zu viele Menschen, die so tun, als würden sie einen kennen.“
Sie lachte kurz, ohne den Blick zu lösen. „Dann sind wir aus demselben Grund hier.“
Wir redeten über die Lichter. Über die Spree, die irgendwo zwischen den Blocks nur ein dunkler Strich war. Über ein Hochhaus gegenüber, dessen oberste Etage noch brannte, obwohl es nach Mitternacht war. Ich erzählte, dass ich Gebäude lieber von außen lese als von innen, dass mich Linien beruhigen, wenn Menschen es nicht tun. Sie sagte, sie lese Räume danach, ob man darin verschwinden oder gefunden werden wolle. Unsere Stimmen blieben niedrig. Niemand kam die Treppe hoch. Der Wind schob ihren Duft zu mir herüber, und ich merkte, dass ich näher gerückt war, ohne es geplant zu haben.
Ihre Schulter streifte fast meine. Die Wärme ihrer Haut ging durch den dünnen Stoff. Ich spürte meinen eigenen Puls im Hals. Die Maske machte es leichter und gleichzeitig schärfer: Ich kannte ihren Namen nicht, sie meinen nicht, und genau deshalb wollte ich, dass sie mich anfasste.
„Darf ich?“, fragte sie, und ihre behandschuhte Hand schwebte über meiner Hüfte, schwarzes Leder, kurz, die Finger schon warm.
„Ja.“
Sie legte die Hand hin. Nicht tastend. Fest. Der Handschuh war glatt, darunter ihre Finger, die genau wussten, wo der Knochen unter der Haut nachgab. Sie zog mich einen halben Schritt zu sich, bis mein Oberschenkel an ihrem lag.
„Du stehst da, als würdest du die ganze Stadt tragen“, flüsterte sie an meiner Maske. „Und dabei willst du nur, dass dich jemand gegen diese Brüstung drückt und dir zeigt, wie nass du schon bist. Ich rieche es. Ich will es.“
Die Worte trafen mich zwischen den Beinen, direkt, ohne Umweg. Ich hätte rot werden können. Stattdessen tat ich das, wozu ich den ganzen Abend zu feige gewesen war, nur dass es hier oben keine Feigheit mehr brauchte. Ich hob ihr Kinn mit zwei Fingern, schob die Maske gerade so weit, dass ich ihren Mund fand, und küsste sie.
Sie öffnete sofort. Ihre Zunge war warm, fordernd, ein bisschen grob, und ich stöhnte in ihren Mund, bevor ich es verhindern konnte. Sie schmeckte nach Minze und nach dem Wein, den sie unten stehen gelassen hatte. Ihre Hand an meiner Hüfte zog mich enger, die andere lag in meinem Nacken, unter dem Band der Maske. Ich spürte, wie sich alles in mir sammelte: die Wut vom Morgen, die Hitze, dieses verbotene, anonyme Brennen, das nichts mit Namen zu tun haben sollte.
Ich löste mich nur so weit, dass ich sprechen konnte. „Ich will das. Hier. Mit dir. Keine Namen, wenn du nicht willst. Aber ich will, dass du mich anfasst, und ich will dich schmecken. Sag, dass du das auch willst.“
„Ich will es“, sagte Magda, klar, ohne Zögern. „Ich will dich lecken, bis du kommst. Und danach will ich deinen Mund. Wenn es dir zu viel wird, sagst du Stopp. Sonst höre ich nicht auf.“
„Stopp, wenn ich es sage“, wiederholte ich. „Bis dahin: ja. Alles, was du gerade beschrieben hast. Und mehr.“
Sie lächelte, dieses langsame, sichere Lächeln einer Frau, die Räume beherrscht. Dann drehte sie mich, schob mich rückwärts, bis die kühle Betonbrüstung in meinen Rücken stieß. Nicht am Abgrund. An der breiten Innenseite, wo das Geländer mich hielt und der Wind nur an meinen Waden zerrte. Sie küsste mich noch einmal, tiefer, und während ihr Mund meinen nahm, schob sie mein Kleid hoch. Der Stoff war eng, er rollte sich über meine Hüften, und die Nachtluft traf meine nackten Schenkel.
„Kein Slip“, murmelte sie an meinen Lippen. „Du wusstest es.“
„Ich wollte es“, sagte ich. Meine Stimme war heiser. „Seit du mich angesehen hast.“
Sie ging in die Knie. Der Handschuh streifte meine Innenseite, dann zog sie ihn mit den Zähnen aus und warf ihn neben uns auf den Beton. Ihre nackte Hand spreizte mich. Ich war schon glitschig, peinlich offen, und als ihr Daumen über meine Schamlippen strich, zuckte ich.
„Schön“, sagte sie. „So nass für eine Fremde.“
Dann leckte sie mich.
Nicht hektisch. Der erste Strich ihrer Zunge war lang, von meinem Eingang bis hoch zum Kitzler, langsam, flach, als wollte sie sich den Geschmack merken. Ich krallte die Finger in die Brüstung. Sie wiederholte es, tiefer diesmal, die Zungenspitze tauchte ein, kreiste, kam wieder hoch und legte sich breit über meine Klitoris. Hitze schoss mir in den Bauch. Ich biss mir auf die Lippe unter der Maske und verlor trotzdem einen Laut, der in der Nacht viel zu laut war.
„Lauter“, sagte sie gegen meine Muschi. „Hier hört dich niemand, der zählt.“
Sie leckte in einem Rhythmus, der mich auseinandernahm: zwei langsame, tiefe Züge, bei denen ihre Zunge in mich stieß, dann ein enges Kreisen um den Kitzler, dann wieder dieses breite, nasse Schlecken, das alles gleichzeitig traf. Ihre Finger hielten mich offen. Eine davon glitt in mich, als ich mich ihr entgegenbog, und ich nahm sie sofort, eng und gierig. Sie krümmte den Finger, fand die Stelle, und leckte gleichzeitig fester.
„Magda“, keuchte ich, weil sie den Namen doch gesagt hatte, irgendwann zwischen zwei Sätzen, und er rutschte mir jetzt heraus wie ein Geständnis. „Genau da. Bitte. Nicht aufhören.“
„Ich höre nicht auf“, sagte sie, und ihre Stimme vibrierte direkt an mir.
Sie leckte mich, bis meine Knie nachgaben. Bis ich ihren Kopf mit einer Hand an mich zog und sie das zuließ, bis ich ihr Gesicht ritt, schamlos, die Maske verrutscht, die Federn in meinem Mund. Der Orgasmus kam nicht als Blitz, sondern als Welle, die von unten hochrollte: erst das Ziehen in den Oberschenkeln, dann das harte Pochen unter ihrer Zunge, dann dieses Aufbrechen, bei dem ich ihren Namen noch einmal sagte und gegen den Beton stieß und kam, zitternd, nass über ihre Lippen, die Beine weich, der Kopf leer bis auf sie.
Sie leckte mich durch, langsamer, bis ich ihre Schulter drückte. „Genug. Ich will dich.“
Sie stand auf. Ihr Mund glänzte. Ich küsste sie und schmeckte mich, salzig und süß, und das machte mich schon wieder hungrig, obwohl ich noch nachbebte. Ich drehte sie um, die Hände an ihren Hüften, und sie ließ es geschehen, dieses Wechseln der Macht, mit einem leisen, zufriedenen Laut.
„Runter“, sagte ich. „Ich will auf die Knie.“
„Dann knie“, sagte sie. „Und mach es gut.“
Ich kniete auf dem warmen Beton. Ihr Kleid war kürzer als meines, ein dunkles Etwas, das ich hochschob. Darunter ein schwarzer Slip, schon feucht im Schritt. Ich zog ihn zur Seite, nicht aus. Die Spitze blieb an ihrer Hüfte hängen, und ihre Muschi lag offen vor mir, geschwollen, dunkelrosa, der Kitzler schon hart. Ich atmete sie ein. Sie roch nach Erregung und nach diesem herben Parfüm, und ich wollte sie so sehr, dass mir der Mund wässerte.
Zwei Finger strich ich durch ihre Nässe, spreizte sie, sah zu, wie sie glänzte. Dann leckte ich sie, erst vorsichtig, dann mit dem ganzen Hunger, den sie in mir geweckt hatte. Sie schmeckte scharf und gut. Ich saugte an ihrem Kitzler, ließ ihn zwischen die Lippen gleiten, leckte darunter, stieß mit der Zunge in sie, so tief ich konnte. Meine Finger folgten: erst einer, dann zwei, langsam hinein, bis sie sich um mich schloss und stöhnte.
„Härter“, sagte sie. „Du darfst.“
Ich fickte sie mit den Fingern, gleichmäßig, der Handballen an ihrem Kitzler, während mein Mund abwechselnd saugte und leckte. Sie griff in mein Haar, nicht grob genug, um wehzutun, fest genug, um mich zu führen. Dann hob sie die Maske ein Stück, schob sie auf die Stirn, und ich sah zum ersten Mal ihr ganzes Gesicht im Streulicht der Stadt: hohe Wangen, ein Mund, der sich öffnete, Augen, die mich ansahen, als hätte sie mich schon einmal gesehen und sich das hier lange ausgemalt.
Sie stöhnte lauter, jetzt ohne den Stoff vor dem Mund. „Ja. So. Deine Zunge, deine Finger, fick mich, leck mich, ich will kommen, aber noch nicht, noch nicht, ich will dich dabei schmecken.“
Ich hob den Kopf, die Lippen nass. „Dann komm her. Beide. Ich will deinen Mund an mir, während ich dich nehme.“
Sie verstand sofort. Wir richteten uns auf, atemlos, lachend vor Gier, und suchten den Halt, den die breite Brüstung und die Wand daneben gaben. Magda war stark, selbstbewusst, sie wusste, wie man Körper hält. Sie lehnte den Rücken an den Beton, spreizte die Beine, zog mich zwischen sich, und wir falteten uns in diese stehende, verrenkte, vollkommen gewollte Haltung: ich beugte mich, eine Hand an der Wand, mein Mund wieder an ihrer Muschi, und sie hob mein Bein auf ihre Schulter, bog sich herunter, bis ihre Zunge mich fand. Kein Kunststück für ein Publikum. Ein Gleichgewicht aus Hunger und Vertrauen, die Füße fest, die Hände aneinander und am Beton, beide Masken halb verrutscht, beide erwachsen genug, um zu wissen, was wir taten, und beide laut genug in unserem Ja.
Ihre Zunge an meinem überempfindlichen Kitzler war fast zu viel und genau richtig. Ich leckte sie im selben Takt, Finger in ihr, Mund an ihr, und jedes Mal, wenn sie an mir saugte, stöhnte ich in ihre Nässe, und die Vibration ließ sie fluchen. Wir waren hungrig und dominant und zärtlich zugleich: sie hielt mein Bein, als wäre es ihr kostbar, und leckte mich dabei so unerbittlich, dass ich wimmerte; ich krümmte die Finger in ihr und küsste ihren Kitzler, als wollte ich ihn besitzen.
„Ich komme“, keuchte sie an mir. „Mit dir. Jetzt.“
Ich nickte gegen sie, unfähig zu sprechen, und leckte fester, schneller, zwei Finger tief, der Daumen an der Seite, wo sie am empfindlichsten war. Sie kam zuerst, ein hartes, nasses Zucken um meine Finger, ihr Stöhnen gedämpft, weil sie den Mund nicht von mir lassen wollte. Das Zittern ihrer Zunge, dieses unkontrollierte Flattern, während sie kam, riss mich mit. Ich kam zum zweiten Mal, kürzer, schärfer, die Stirn an ihrem Oberschenkel, die Beine schwach, ihr Name irgendwo zwischen einem Schrei und einem Lachen.
Wir hielten uns, bis das Beben nachließ. Dann lösten wir uns vorsichtig, lachend, außer Atem, die Knie weich. Ich zog ihr den Slip zurecht. Sie strich mein Kleid herunter, küsste die Innenseite meines Handgelenks, dort, wo der Puls noch raste. Wir setzten die Masken wieder, nicht ganz ordentlich. Der Wind kühlte den Schweiß auf meiner Brust.
„Das war…“, begann ich.
„Ja“, sagte sie. Und küsste mich ein letztes Mal, langsam, mit geschlossenem Mund, fast sanft nach all der Härte. „Danke. Wirklich.“
Wir standen noch einen Moment an der Brüstung, Schulter an Schulter, und sahen auf die Stadt, als könnte sie uns die Namen zurückgeben, die wir nicht gesagt hatten. Unten wurde die Musik leiser. Irgendwo ging eine Tür.
Magda rückte ihren Handschuh zurecht, den sie wieder übergestreift hatte. An der Innenseite des Leders, dort, wo er beim Ausziehen umgeklappt gewesen war, hatte ich vorhin etwas gesehen und nicht begriffen: ein kleiner Stick, kein Logo für Fremde, sondern das Zeichen des Wettbewerbs, für den ich seit Monaten zeichnete. Dasselbe Zeichen, das auf der Mappe gelegen hatte, die heute Morgen über den Tisch geschoben worden war.
Sie wusste es. Ich nicht. Nicht wirklich. Nicht so, dass ich es hätte aussprechen können.
„Schlaf gut, Leilani“, sagte sie, ganz leise, schon auf der Treppe, als wäre es ein Versehen.
Ich fuhr herum. Die Stufen waren leer. Nur ihr Duft hing noch in der Luft, und unten, irgendwo zwischen den Masken, entschied morgen früh eine Frau über meine Fassade, die genau wusste, wie ich schmecke.
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