Wiedersehen im Camper – Roxannes hungriges Ja nach zehn Jahren
Zwei ehemalige Kommilitoninnen treffen sich nach zehn Jahren auf einem einsamen Campingplatz – und geben ihrem ungestillten Verlangen endlich nach.
Roxanne stellte den Motor ab und ließ die Hände am Lenkrad, bis das Ticken des Metalls leiser wurde als das Wasser irgendwo unter den Latschen. Achtunddreißig, Grafikdesignerin, und seit Freitagnachmittag ohne einen einzigen Kunden im Kopf. Die Präsentation lag auf dem Schreibtisch in der Wohnung, der Laptop daneben, das Zelt im Kofferraum, weil sie es nicht mehr ausgehalten hatte, in einer Stadt zu sitzen, die nur aus Bildschirmen bestand. Spontan, hatte sie ihrer Assistentin geschrieben. Brauche Luft. Sie stieg aus, roch Harz, kalten Stein und den dünnen Rauch von einem Feuer, das jemand schon gemacht hatte.
Der Stellplatz war fast leer. Drei Plätze weiter stand ein cremefarbener Camper, Tür offen, Gaslaterne auf dem Klapptisch, ein Handtuch über der Leine. Die Frau, die es aufgehängt hatte, stand mit dem Rücken zu ihr. Breite Schultern unter einem dünnen Hemd, dunkles Haar, das sie mit einer ungeduldigen Bewegung hinters Ohr schob, und diese Art, das Gewicht auf ein Bein zu legen, als gehöre ihr der Kies. Roxanne kannte die Bewegung. Sie hatte sie mit zweiundzwanzig in einem Seminarraum in Stuttgart angestarrt, erwachsen, feige, wach bis drei, und sie hatte sie vor zehn Jahren auf einer Vernissage wiedererkannt und trotzdem den Mund nicht aufgemacht.
Die Frau drehte sich um.
Marlene. Siebenunddreißig, das wusste Roxanne aus einem Architekturporträt, das sie vor zwei Jahren gelesen und weggelegt hatte, weil das Foto zu viel war. Jetzt stand sie wirklich da, barfuß, eine neue Narbe an der Augenbraue, und dieses offene, flirtende Lächeln, das schon im Studium zu viel versprochen und nie eingelöst hatte.
„Roxanne.“ Marlene sagte den Namen, als hätte sie ihn den ganzen Tag im Mund gehabt. „Scheiße. Du bist es.“
Roxanne ging die paar Meter, weil stehen bleiben dümmer gewesen wäre. „Zehn Jahre. Du siehst…“ Sie brach ab. Alles, was ihr einfiel, war zu ehrlich.
„Sag’s.“ Marlenes Blick war wach, nicht höflich. „Ich vertrag die Wahrheit. Und du siehst aus, als hättest du beschlossen, die Welt eine Nacht lang zu vergessen. Zelt im Kofferraum?“
„Richtig.“
„Dann lass es, wo es ist.“ Sie nickte zur Feuerschale, klein, kontrolliert, zwei Klappstühle, eine noch verkorkte Flasche. „Ich hab Essen für eine und Appetit für zwei. Wenn du den Abend mit mir willst, sag’s. Wenn nicht, sag’s jetzt, bevor ich anfange, dich anzustarren, und wir so tun, als wäre das nur nett.“
Die alte Anziehung saß Roxanne sofort im Bauch, heiß und unverschämt, als hätten die Jahre nichts gelöscht, nur gestaut. „Ich will. Den Abend. Mit dir.“
Marlene griff ihr Handgelenk, nur um sie zum Stuhl zu ziehen, und der Druck blieb wie ein Abdruck. „Gut. Setz dich. Nudeln, Salz, irgendein Käse, den ich zu teuer gekauft hab. Du erzählst, warum du allein hier bist. Ich erzähl, warum ich den Camper genommen hab statt einer Wohnung, die ich hätte renovieren können. Und dann sehen wir, was die Nacht mit uns macht.“
Sie kochte draußen, barfuß, effizient, und Roxanne sah ihr zu, wie sie früher in der Mensa zugesehen hatte, wenn Marlene sich über einen Plan beugte und die Unterlippe zwischen die Zähne nahm. Damals waren sie Kommilitoninnen gewesen, drittes Semester, Roxanne zweiundzwanzig, Marlene einundzwanzig, beide erwachsen und beide zu feige. Keine von ihnen hatte die andere angefasst. Keine hatte gesagt, was sie nachts mit der Erinnerung an die andere Hand anstellte. Nach dem Diplom war der Kontakt dünn geworden. Vor zehn Jahren, auf dieser Vernissage, hatten sie sich die Wangen geküsst wie Fremde und waren in verschiedene Taxis gestiegen. Roxanne hatte danach drei Tage lang nicht geschlafen.
Jetzt stand der Wein auf dem Tisch, geöffnet, zwei Gläser, in jedem ein Schluck. Roxanne trank einen, schmeckte ihn, stellte ihn ab. Sie war klar. Der Rauch in ihrem Kopf kam nicht aus der Flasche. Marlene setzte sich ihr gegenüber, Knie fast an Knie, und erzählte von einem Büro in der Stadt, von einem Mann, den sie höflich verlassen hatte, weil er gut war und trotzdem nicht reichte, von Baustellen und von diesem Camper, den sie sich gekauft hatte, um nachts kein Dach über sich zu haben, das sie selbst gezeichnet hatte.
„Und du?“ fragte sie. „Immer noch die Frau, die alles schöner macht, als es ist?“
„Ich mach’s sichtbar“, sagte Roxanne. „Schön ist ein Kundenwort. Ich hatte eine Beziehung, drei Jahre, ein Mann, der mich gernhatte. Es war sauber. Es hat nicht gekratzt.“ Sie sah ins Feuer und dann nicht mehr. „Nicht so, wie du damals gekratzt hast.“
Marlene stellte ihr Glas weg, halb voll, vergessen. „Sag das noch mal.“
„Ich hab von dir geträumt.“ Roxannes Stimme war leiser, nicht unsicher. „Im Studium. Danach. Nach der Vernissage auch. Von deinem Körper. Davon, wie du schmeckst, wenn du aufhörst, höflich zu sein. Ich hab’s nie gesagt, weil ich dachte, du merkst es und findest es peinlich.“
Marlene beugte sich vor. Das Feuer malte ihr die Kehle orange. Ihre Stimme kam rau, ohne Spiel. „Ich hab dasselbe getan. In meinem Bett, mit der Hand zwischen den Beinen, und deinen Namen nicht laut, weil die Wände in der WG dünn waren. Ich hab mir vorgestellt, wie du den Mund aufmachst und endlich ja sagst. Zehn Jahre später sitzt du hier und siehst mich an, als wolltest du mich fressen. Also sag’s.“
Roxannes Knie stieß an ihres, diesmal nicht zufällig. Sie legte die Hand auf Marlenes Oberschenkel, hoch, über den Stoff, und spürte die Hitze darunter. „Ich bin nüchtern. Du auch. Das hier ist kein Wein.“
„Nein.“ Marlene legte ihre Hand über Roxannes und schob sie höher, bis die Finger an der Naht ihrer Hose lagen. „Das ist alt. Und ich will es. Jetzt. Laut, wenn du kannst.“
„Ja.“ Es kam hungrig, ohne Pause, aus dem Bauch und nicht aus dem Kopf. „Ja. Ich will dich. Ich will in deinen Camper, und ich will, dass du mich anfasst, bis ich nicht mehr so tue, als wäre ich nur zum Campen hier.“
Marlene stand auf, zog sie mit, und der Kuss war kein Anfang, er war ein Reißen. Mund auf Mund, Zähne an der Unterlippe, Zunge tief, ein Laut aus Roxannes Kehle, den sie zehn Jahre lang geschluckt hatte. Marlene schmeckte nach Salz und Rauch und nach sich selbst, und Roxanne griff ihr ins Haar und hielt sie fest, als könnte sie wieder in ein Taxi steigen. Sie stolperten die zwei Stufen hoch. Die Tür fiel zu. Die Laterne draußen blieb an, das Feuer brannte klein weiter, der Wein stand vergessen im Kies.
Innen roch es nach Holz, Bettwäsche und dem Metall der kleinen Küche. Die Matratze füllte das Heck, schmal, bezogen, schon aufgeschlagen, als hätte Marlene gehofft, ohne es zu wissen. Roxanne drückte sie gegen die Schrankwand und küsste sie noch einmal, härter, bis Marlene lachte, kurz, heiser, und anfing, ihr das Hemd über den Kopf zu ziehen.
„Aus“, sagte Marlene. „Alles. Ich will dich sehen.“
Sie rissen sich die Kleider vom Leib, ohne Ordnung. Roxannes Hemd blieb an einem Haken hängen. Marlenes Hose blieb an einem Knöchel, bis sie sie wegtrat. BH, Slip, Socken, alles auf den Boden, Stoff auf Stoff, und dann standen sie nackt im engen Gang, Atem laut, Brüste aneinander, Nippel hart von der kühlen Luft und von dem, was der Kuss angerichtet hatte. Roxanne fuhr mit beiden Händen über Marlenes Rippen, über die weiche Unterseite ihrer Brüste, über den Bauch, bis die Finger in nassen Locken ankamen und Marlene die Hüfte vorstreckte.
„Nass“, sagte Roxanne, roh, weil höflich hier gestorben war. „Du bist schon so nass.“
„Seit du aus dem Auto gestiegen bist.“ Marlene packte sie an den Hüften und drehte sie, nicht grob, aber ohne zu fragen, ob sie führen durfte. Sie hatte gefragt. Roxanne hatte ja gesagt. „Hinlegen. Auf den Rücken. Beine auseinander. Ich hab zehn Jahre gewartet, deine Fotze zu lecken, und ich hab keine Lust, noch eine Minute höflich zu sein.“
Roxanne ließ sich auf die Matratze fallen. Das Laken war kühl an ihrem Rücken, Marlenes Hände heiß an den Innenseiten ihrer Schenkel. Sie spreizte sie, hielt sie offen, und eine Sekunde lang sah sie nur zu, hungrig, den Mund halb offen, als würde sie sich den Anblick einprägen, damit er diesmal nicht nur Traum blieb.
„Schön“, sagte sie. „Geschwollen. Glänzend. Und ganz für mich.“
„Dann nimm sie.“ Roxannes Stimme brach. „Bitte. Ja.“
Marlene senkte den Kopf. Der erste Strich ihrer Zunge war langsam, von unten nach oben, breit, durch die ganzen Schamlippen, und Roxanne bog den Rücken durch, als hätte ihr jemand einen Strom durch den Bauch gejagt. Marlene stöhnte dagegen, als würde der Geschmack sie selbst treffen, und dann hörte sie auf, langsam zu sein. Sie leckte gierig, tief, die Zunge flach und dann spitz, kreiste um den Kitzler, saugte ihn zwischen die Lippen, ließ ihn los, stieß die Zunge in Roxannes Öffnung und fickte sie damit, nass, hörbar, ohne Scham. Ihre Hände hielten die Schenkel fest, Daumen in den weichen Falten, und jedes Mal, wenn Roxanne zuckte, drückte sie fester und leckte tiefer.
„Fuck“, keuchte Roxanne. „Marlene. Genau da. Nicht aufhören. Bitte nicht aufhören.“
„Ich hör nicht auf.“ Marlenes Stimme war gedämpft, Mund voll von ihr. „Du schmeckst besser als in meinem Kopf. Komm auf meiner Zunge. Ich will es. Laut.“
Sie saugte den Kitzler in einem gleichmäßigen, fiesen Rhythmus, zwei Finger jetzt dazu, nicht in ihr, sondern an den Lippen, spreizend, damit die Zunge noch tiefer kam, und Roxanne griff ins Laken, dann in Marlenes Haar, und hielt sie dort, wo es wehtat und gut war zugleich. Die Hitze zog sich zusammen, tief, unaufhaltsam. Sie sah die niedrige Decke des Campers, die kleine Lampe, Marlenes Schultern zwischen ihren Beinen, und dann sah sie nichts mehr. Sie kam laut, ein langer, rauer Laut, den die Berge draußen schlucken konnten, Hüften gegen Marlenes Mund, Schenkel zitternd, nass bis zum Kinn der anderen Frau. Marlene leckte sie durch den Orgasmus, langsamer erst, als Roxanne an ihren Haaren zog und „zu viel, warte, warte“ lachte und gleichzeitig die Beine nicht schloss.
Marlene hob den Kopf. Ihr Mund glänzte. Sie grinste, zerstört und stolz. „Da ist er. Der Laut, den ich damals hören wollte.“
Roxanne atmete, drei Züge, vier, und das Hungergefühl war nicht weg, es hatte nur die Richtung geändert. Sie setzte sich auf, küsste Marlene, schmeckte sich selbst, salzig, süß, unanständig, und schob sie auf den Rücken.
„Meine Reihe“, sagte sie. „Du hast mich kommen lassen. Jetzt setz ich mich auf dein Gesicht, und du fickst mich mit der Zunge, bis ich wieder nicht mehr weiß, wie ich heiße. Und ich fick dich mit den Fingern. Hart. Sag ja, wenn du das aushältst.“
„Ja.“ Marlene lag schon offen, Brüste gehoben vom Atem, Fotze dunkel und nass zwischen den Schenkeln. „Setz dich. Ich will ersticken, wenn’s sein muss. Und stoß mich. Zwei Finger. Nicht zärtlich.“
Roxanne schwang ein Bein über sie, Gesicht zu Marlenes Füßen, Knie neben ihrem Kopf, und senkte sich langsam, bis Marlenes Mund ihre noch überempfindliche, schon wieder gierige Fotze fand. Die Zunge kam sofort, breit, dann spitz, stieß in sie, leckte nach oben, fand den Kitzler und blieb dort, während Roxanne sich auf ihr rieb, nicht sanft, in einem Rhythmus, den ihr Körper vorgab. Sie beugte sich vor, die Hände auf Marlenes Oberschenkeln, und sah, wie nass sie war, wie die Schamlippen glänzten, wie der Kitzler unter der Haube hervorstand.
„So nass“, sagte sie, und zwei Finger glitten ohne Widerstand hinein, bis zu den Knöcheln. Marlene stöhnte in sie hinein, die Vibration lief Roxanne durch den ganzen Unterleib. „Eng. Fuck, du bist eng. Und du zuckst schon.“
Sie stieß. Hart, wie verlangt, zwei Finger, gleichmäßig, der Handballen gegen den Kitzler, jedes Mal ein nasses Geräusch, das im engen Camper lauter war als draußen das Feuer. Marlenes Zunge fickte sie von unten, tief, gierig, und Roxanne ritt dieses Gesicht, die freie Hand in Marlenes Haar hinter sich, die andere Hand in ihrer Fotze, krümmte die Finger, suchte die Stelle, an der Marlene die Hüften hochwarf. Sie fand sie. Marlene schrie gegen sie, gedämpft, und Roxanne stieß fester, Daumen auf dem Kitzler, kreisend, während sie selbst kurz davor war, auf dieser Zunge noch einmal zu kommen.
„Nicht schlucken“, keuchte sie, unsinnig, lachend, verloren. „Leck mich. Ja. So. Du machst das so gut, ich hasse dich dafür, dass du zehn Jahre gewartet hast.“
Marlene antwortete nicht mit Worten. Sie packte Roxannes Arsch mit beiden Händen, zog sie tiefer auf ihren Mund und leckte, als wollte sie sie aussaugen. Roxanne hielt den eigenen Orgasmus zurück, mit zusammengebissenen Zähnen, weil sie Marlene zuerst spüren wollte. Sie stieß schneller, zwei Finger, hart, und Marlenes Schenkel begannen zu zittern, ihre Fotze zog sich eng um die Finger, nass bis zum Handgelenk.
„Komm“, befahl Roxanne. „Auf meinen Fingern. Jetzt.“
Marlene kam, der Schrei vibrierte direkt in Roxannes Kitzler, ihr ganzer Körper spannte sich, und die Nässe lief über Roxannes Hand. Roxanne fickte sie durch die Wellen, langsamer erst, als Marlene gegen ihren Schenkel schlug, ein Zeichen, genug, noch nicht, warte. Sie hob sich ein Stück, gab ihr Luft, küsste die Innenseite ihres Oberschenkels, schmeckte Schweiß.
„Drehen“, sagte Marlene heiser. „Neunundsechzig. Ich will dich im Mund haben, während du mich leckst. Nicht aufhören, bevor wir beide noch mal kommen. Einverstanden?“
„Ja.“ Wieder dieses hungrige Ja, klar, gewollt, ohne Wein und ohne Zweifel. „Einverstanden.“
Sie rutschten auf der schmalen Matratze, Knie an Ohren, Münder an Fotzen, und der Camper schien noch enger zu werden, nur Haut, Atem, das nasse Geräusch von Zungen. Roxanne lag seitlich, weil anders kein Platz war, Marlenes Schenkel über ihrer Schulter, und sie vergrub das Gesicht zwischen ihnen. Der Geschmack war dicht, salzig, nach dem Orgasmus noch empfindlich, und Marlene zuckte, als Roxannes Zunge den Kitzler fand, und zuckte noch einmal, als zwei Finger wieder in sie glitten, diesmal langsamer, tiefer, drehend. Gleichzeitig schloss sich Marlenes Mund um Roxanne, saugte, leckte, zwei Finger von ihr auch, vorsichtig erst, dann fester, als Roxanne die Hüfte entgegenschob und damit ja sagte, ohne den Mund frei zu haben.
Sie fanden einen Takt. Saugen, stoßen, lecken, die freie Hand an einer Brust, Nippel zwischen den Fingern, ein Biss in einen Schenkel, nicht blutig, nur genug, dass die andere laut wurde. Roxanne leckte Marlenes Kitzler in kleinen, harten Kreisen und krümmte die Finger bei jedem dritten Stoß. Marlene machte dasselbe, lernte schnell, wo Roxanne die Luft anhielt, und blieb genau dort, gemein und großzügig zugleich. Der Camper roch nach Sex, nach ihnen, die Scheiben beschlugen von innen. Draußen hätte jemand vorbeigehen können. Es war Roxanne egal. Sie wollte nur diesen Mund, diese Finger, dieses nasse, enge Ziehen, das sich zum zweiten Mal in ihr zusammenballte.
„Ich komm“, brachte sie gegen Marlenes Fotze hervor, die Worte nass und undeutlich. „Mit mir. Bitte. Jetzt.“
Marlene antwortete mit einem Stoß ihrer Finger und einem Saugen, das Roxanne die Knie weich machte. Sie kamen fast zusammen, Roxanne zuerst, laut in Marlenes Schenkel, der Orgasmus länger als der erste, wellenweise, und Marlene eine halbe Minute später, als Roxanne nicht aufhörte, sie zu lecken, drei Finger jetzt, weil Marlene die Hüfte so dagegen gedrängt hatte, dass der dritte einfach rutschte, gewollt, eng, und sie sich um sie krampfte, Saft an Roxannes Kinn, ein heiserer, gebrochener Laut, der in der Matratze erstarb.
Sie blieben liegen, ineinander verhakt, Atem auf nasser Haut, bis das Zittern nachließ. Roxanne küsste Marlenes Innenschenkel, einmal, zärtlicher als alles davor, und Marlene lachte leise, erschöpft, und zog sie hoch, bis sie Gesicht an Gesicht lagen, Beine noch verschlungen, weil der Camper ihnen keinen anderen Platz ließ.
„Das“, sagte Marlene, Stirn an ihrer, „war überfällig.“
„Zehn Jahre“, sagte Roxanne. Ihre Stimme war rau. Sie war wach. Klar. Der Wein stand noch draußen, unangerührt bis auf zwei Schlucke, und das, was in ihr brannte, hatte damit nichts zu tun. „Ich fahr morgen nicht zurück.“
Marlene strich ihr das feuchte Haar aus der Stirn. „Ich wollte zum See hinter der nächsten Kuppe. Zwei Nächte. Schmaler Stellplatz, kein Empfang, ein Bett, das noch enger ist als das hier. Wenn du mitkommst, sag’s, bevor ich so tue, als wäre ich unabhängig.“
„Ich komm mit.“ Roxanne sagte es, und während sie es sagte, war sie schon weiter. In ihrem Kopf lag die Strecke, die Serpentine, der See, das Morgenlicht auf Marlenes Rücken. Sie sah sich schon um fünf die Assistentin anschreiben, die Woche streichen, den Kunden vertrösten, den Laptop in der Wohnung lassen, wo er hingehörte. Sie sah die zweite Nacht, Marlene auf den Knien im Gang des Campers, und die dritte, in der sie selbst den Mund nicht mehr von ihr nehmen würde, bis Marlene bettelte. Sie sah die Stadt danach, Marlenes Schlüssel, ein Donnerstag, an dem sie die Bürotür von innen abschloss und Marlene auf den Zeichentisch setzte, Röcke hoch, und zu Ende brachte, was dieser Stellplatz nur angefangen hatte. Sie sagte das noch nicht alles. Sie musste nicht. Der Plan saß schon fest, hungrig, konkret, ohne Lücke.
„Schlaf nicht“, sagte sie leise an Marlenes Mund. „Ich bin noch nicht fertig mit dir. Und morgen früh, bevor du den Motor anlässt, will ich dich noch einmal so lecken, dass du den See erst siehst, wenn du wieder stehen kannst. Das ist kein Vorschlag. Das ist der Anfang.“
Marlene lächelte, offen, zerstört, einverstanden. „Dann fang an zu planen, Grafikerin. Ich fahr, wohin du hungrig bist.“
Roxanne küsste sie, langsam diesmal, und plante schon den nächsten Morgen, die nächste Kurve, die nächste Nacht, in der ihr Ja noch hungriger sein würde als dieses.
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