Nachbarin singt unser Geheimnis
Ingrid hört, wie ihre Nachbarin Barrett ihr Verlangen besingt.
Ich stehe nachts oft an der Wand und lausche, als würde ich ein Geständnis ablegen. Meine Wohnung liegt in einer ruhigen Vorstadtsiedlung, in der man normalerweise nur Rasenmäher und ferne Hunde hört. Ich bin Ingrid, achtundzwanzig, Bürokraft, die den ganzen Tag Zahlen tippt und abends kaum wagt, laut zu atmen. Nebenan wohnt Barrett, zweiunddreißig, Sängerin mit einer Stimmenlage, die rauchig und tief in den Bauch greift. Seit Wochen höre ich sie jede Nacht. Die Wand ist dünn genug, dass jedes Wort durchsickert, jedes Stöhnen, jede gezielte Pause.
Barrett singt selbstgeschriebene Lieder. Nicht die artigen. Sie beschreibt weiche Brüste, die sich aneinanderpressen, feuchte Küsse, die an der Lippe kleben bleiben, Zungen, die in Spalten gleiten, Finger, die kreisen, bis die Schenkel zittern. Genau meine heimlichen Fantasien. Ich liege im Bett, die Hand schon zwischen den Beinen, und merke, dass sie die Texte bewusst für mich wählt. Manchmal stockt sie mitten im Satz, als warte sie darauf, dass ich antworte. Ich werde nass, nur weil ihre Stimme die Luft füllt. Das Verlangen wächst, bis es in der Kehle brennt. Beide spüren wir es; das ist keine Einbildung mehr. Es muss ausgesprochen werden.
An diesem Abend beginnt sie wieder. Die Melodie ist langsam, fast flüsternd, und dann kommt mein Name. „Ingrid… Ingrid, ich weiß, du hörst mich… deine Schenkel öffnen sich schon…“ Sie baut Strophen um mich herum. Ich sitze kerzengerade auf der Bettkante, das Herz hämmert so laut, dass ich fürchte, sie hört es durch die Wand. Es reicht. Ich ziehe mir ein weiches Shirt über, keine Hose darunter, nur den schmalen Slip, und gehe hinüber. Der Flur riecht nach Abend und etwas Blumigem. Ich klingle.
Barrett öffnet sofort. Sie trägt einen dünnen Seidenkimono, der kaum etwas verbirgt. Die Seide klebt an ihren Brüsten, die Nippel drücken sich als dunkle Punkte ab. Ihr Lächeln ist wissend, fast hungrig. Ohne ein Wort greift sie nach meinem Handgelenk und zieht mich herein. Die Tür fällt ins Schloss. Wir stehen im Halbdunkel ihres Wohnzimmers; eine einzige Lampe wirft goldenes Licht auf den Teppich.
„Du hast meinen Namen gehört“, sagt sie endlich. Die Stimme ist noch rauchiger als durch die Wand. „Ich habe ihn extra reinpackiert.“
„Ich weiß“, antworte ich, und es klingt heiser. „Seit Wochen… jede Nacht werde ich feucht, nur weil du singst. Ich dachte, ich bilde mir das ein.“
Barrett lacht leise, ein vibrierendes Geräusch. „Du bildest dir nichts ein. Ich werde nass, sobald ich merke, dass du an der Wand stehst. Dein Atmen, Ingrid. Manchmal halte ich die Töne länger, nur um dich länger zu quälen.“ Sie tritt näher. Der Kimono öffnet sich ein Stück, zeigt den Innenrand einer vollen Brust. „Sag es klar. Willst du das hier? Willst du mich?“
„Ja.“ Das Wort fällt mir leicht. „Hungrig. Mit allem. Ich will dich küssen und spüren, wie nass du bist, weil du mich besungen hast.“
Damit ist das Einverständnis ausgesprochen, klar und greifbar. Barrett nimmt mein Gesicht in beide Hände und küsst mich. Der erste Kontakt ist weich, dann wird er gierig. Ihre Zunge schiebt sich zwischen meine Lippen, schmeckt nach Wein und etwas Süßem. Ich erwidere den Kuss mit der ganzen aufgestauten Nacht. Meine Hände wandern sofort unter die Seide, finden ihre Brüste – schwer, warm, die Haut glatt. Ich knete sie, streiche über die harten Nippel. Barrett stöhnt in meinen Mund und greift nach meinem Hintern, drückt mich fest an sich, bis ich ihre Wärme durch den dünnen Stoff spüre.
Wir atmen uns an. „Schon lange“, murmele ich gegen ihren Hals. „Jedes Mal, wenn ich deine Stimme höre, tropft es mir in den Slip.“
„Und ich“, gibt sie zurück, „stell mir vor, wie du dich berührst, während ich singe. Heute hörst du auf zu nur zuhören.“
Barrett dreht uns und drückt mich mit dem Rücken gegen die Wand. Die Kühle der Farbe kontrastiert mit ihrer Hitze. Sie zieht mir das Shirt über den Kopf, wirft es achtlos beiseite. Meine Brüste liegen frei; die Nippel sind schon steinhart. Barrett beugt sich vor und saugt gierig einen davon in den Mund. Ihre Zunge kreist, ihre Zähne streifen leicht, genug, um einen blitzschnellen Schmerz-Lust-Schauer durch mich zu jagen. Gleichzeitig schiebt sie die Hand in meinen Slip. Zwei Finger finden meine Spalte, die schon schlüpfrig und offen ist. Sie fährt hart hinein, ohne Umwege, stößt tief und krümmt die Finger, bis sie den Punkt trifft, der mich den Kopf zurückwerfen lässt.
„So nass“, stöhnt sie gegen meine Brust. „Für mich. Nur weil ich gesungen habe.“
Ich greife in ihr Haar und drücke sie fester an mich. Ihre Finger arbeiten rhythmisch, der Daumen reibt über meinen Kitzler. Die Wand hält mich, sonst würde ich einsinken. Jeder Stoß ihrer Hand lässt mich keuchen. „Barrett… tiefer… ja, genau so…“
Sie lässt meinen Nippel mit einem nassen Geräusch los und küsst mich erneut, während sie weiter fickt. Ich bin nah, viel zu nah für den Anfang, aber die Wochen der Spannung machen mich empfindlich. Gerade als ich glaube zu kommen, zieht sie die Finger heraus und leckt sie ab, langsam, demonstrativ. „Nicht schon. Ich will deinen Mund zuerst spüren.“
Ich sinke auf die Knie, als hätte sie es befohlen und ich es gleichzeitig selbst gewollt. Der Teppich ist weich unter mir. Ich schiebe den Kimono hoch, entblöße ihre Hüften und den glatten, rasierten Spalt. Sie ist tropfend nass; ein glänzender Faden zieht sich schon nach unten. Ich spreize ihre Schamlippen mit den Daumen und lecke mit einem langen, tiefen Zug von unten bis zum Kitzler. Barrett stöhnt auf, greift nach meinem Kopf. Ihr Geschmack ist salzig-süß, intensiv. Ich tauche die Zunge ein, stoße sie so tief ich kann, lecke in Kreisen, sauge an ihrem Kitzler, während zwei meiner Finger in sie gleiten und denselben harten Rhythmus aufnehmen, den sie mir eben gegeben hat.
„Ja… Ingrid… leck mich… genau da…“ Ihre Stimme bricht in den alten Singsang, als würde sie wieder eines ihrer Lieder anstimmen, nur diesmal mit meinem Mund als Instrument. Ich arbeite unerbittlich. Speichel und ihre Nässe vermischen sich an meinem Kinn. Ich spüre, wie ihre Schenkel zittern, wie sie sich gegen mein Gesicht preßt. Mit einem langen, gutturalen Laut kommt sie. Ihre Innenwände pulsieren um meine Finger, ihre Hüften stoßen unkontrolliert. Ich lecke sie durch den Orgasmus hindurch, bis sie mich keuchend wegstößt.
Danach ziehen wir uns auf den Teppich. Barrett streift den Kimono ganz ab; ich den restlichen Slip. Nackt liegen wir uns gegenüber, die Haut noch feucht vom Schweiß und vom Speichel. Sie küsst mich, schmeckt sich selbst auf meiner Zunge, und das lässt mich erneut aufstöhnen. Ihre Hand wandert wieder zwischen meine Beine, diesmal langsamer, erforschender. Ich spreize die Schenkel weit. Zwei Finger, dann drei, dehnen mich, während ihr Mund an meinem Hals saugt und weiter nach unten wandert. Sie küsst meine Brüste, beißt leicht in die weiche Unterseite, leckt den Schweiß zwischen ihnen weg.
„Ich will dich schmecken, während du kommst“, flüstert sie. Dann rutscht sie tiefer, legt sich zwischen meine Beine und ersetzt die Finger durch ihre Zunge. Lange, flache Züge, dann spitze Stöße gegen den Kitzler. Ich greife nach ihren Haaren und nach dem Teppich zugleich. Die Lust baut sich schichtweise auf – erst warm, dann brennend, dann so scharf, dass ich den Atem anhalten muss. Barrett stöhnt gegen meine Spalte, die Vibration treibt mich über die Kante. Ich komme hart, mit einem Schrei, den ich wochenlang hinter der Wand unterdrückt habe. Wellen laufen durch Bauch und Schenkel; ich zucke unter ihrem Mund, und sie hält mich fest, leckt weiter, bis ich zitternd um Gnade bitte.
Wir bleiben liegen, Beine ineinander verknotet, Brüste an Brüste. Ihre rauchige Stimme ist jetzt nur noch ein warmes Murmeln an meinem Ohr. „Das war erst der Anfang. Ich habe noch Strophen über dich, die ich noch nie gesungen habe.“
Ich streiche über ihren Rücken, spüre die feine Feuchtigkeit dort. In mir formt sich schon der nächste Gedanke, klar und gierig. Morgen gehe ich früher von der Arbeit. Ich werde an ihrer Tür warten, diesmal mit nichts unter dem Mantel. Ich will sie auf dem Küchentisch nehmen, will, dass sie mich von hinten fingert, während sie mir ins Ohr singt. Und übermorgen bringe ich den kleinen Vibrator mit, den ich bisher nur allein benutzt habe; ich will ihn in sie schieben, während ich ihren Kitzler sauge, bis sie meinen Namen nicht mehr nur singt, sondern schreit. Die Wand zwischen uns bleibt dünn. Jede Nacht wird wieder eine Einladung sein. Ich plane bereits die Melodie, die ich ihr diktieren werde – und die Stellen, an denen sie mich anfassen soll, während sie sie singt.
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