Mitternacht auf der Fähre – Talias hungriger Blick auf meinen Mann
Talia, die 29-jährige Galeristin, verführt die 34-jährige Architektin Yasmin auf der stürmischen Mitternachtsfähre zu wildem, squirting Lesbensex.
Die Fähre dröhnte, als würde sie sich durch eine Wand aus nassem Eisen schieben. Mitternacht lag über der Ostsee wie ein nasses Tuch, und der Sturm schlug gegen die Scheiben der Lounge, bis das Glas in den Rahmen sang. Yasmin stand am Fenster und hielt den Becher Tee mit beiden Händen, nicht weil ihr kalt war, sondern weil ihre Finger etwas Brauchbares tun sollten. Vierunddreißig, Architektin, auf dem Weg von Travemünde nach Trelleborg, weil ein Bauherr in Schweden am Morgen ihre Schnitte sehen wollte. Das Wollkleid klebte ihr an den Oberschenkeln. Unter dem Stoff war sie wach auf eine Art, die sie seit Monaten an sich nicht mehr kannte.
Warrick saß zwei Tische weiter, sechsunddreißig, Möbeldesigner, ihr Mann seit elf Jahren. Er hatte die Schultern gegen die Sessellehne sinken lassen und blätterte in einem Furnierkatalog, ohne wirklich zu lesen. Sein Nacken war warm beleuchtet, die Linie vom Kiefer zur Kehle klar wie eine gezeichnete Kante. Er gähnte, rieb sich das Gesicht und murmelte, die Kabine sei ohnehin bezahlt, er wolle nur noch liegen. Yasmin nickte. Sie liebte ihn. Sie liebte auch die Ruhe, die er verströmte, und genau diese Ruhe machte sie in dieser Nacht unruhig, als hätte jemand in ihrem Körper eine Tür angelehnt, die sie selbst nicht angefasst hatte.
Die Frau an der Bar sah nicht Yasmin an. Sie sah Warrick an.
Hungrig. Ohne das höfliche Wegdrehen, das man Fremden schuldet. Der Blick lag auf seinem Mund, glitt über die Brust unter dem Pullover, blieb an den Händen hängen, die den Katalog hielten. Yasmin spürte den Stich, den sie erwartet hatte, und gleich dahinter etwas anderes, heißer, unverschämter. Sie kannte diesen Blick. Nicht an sich. An Warrick. Und ihr eigener Körper antwortete, als wäre der Blick umgeleitet worden und irgendwo unter ihrem Brustbein gelandet.
Die Frau kam herüber, als der Sturm die Fähre seitlich nahm und die Gläser auf dem Nachbartisch leise klirrten. Schwarzer Mantel, offenes Haar, das nach Regen und etwas Teurem roch, kein Parfüm, eher Haut. „Talia“, sagte sie, und die Stimme war tief, direkt, ohne Smalltalk. „Neunundzwanzig. Ich mache eine Galerie in Berlin, und ich starre deinen Mann an, seit ihr reingekommen seid. Das ist unhöflich. Ich sage es trotzdem.“
Yasmin hätte lachen können. Stattdessen hörte sie sich selbst antworten, du, nicht Sie, als hätte die Nacht die Höflichkeit schon vorher abgeschafft. „Yasmin. Vierunddreißig. Architektin. Und ja. Ich habe es gesehen.“
Talia lächelte nicht entschuldigend. Sie setzte sich auf die Lehne des leeren Sessels neben Yasmin, nah genug, dass der Mantelstoff Yasmin’s Knie streifte, und ließ den Blick noch einmal zu Warrick wandern, langsam, genießend. „Er ist schön“, sagte sie. „Diese Ruhe. Diese Hände. Ich habe ihn mir eine Minute lang nackt vorgestellt, auf einem Bett, das nach Holz riecht. Dann habe ich dich angesehen.“
„Und?“ Yasmin’s Mund war trocken. Der Tee half nicht.
„Und der Hunger ist umgeschlagen.“ Talia senkte die Stimme, blieb aber klar. Kein Flüstern, das sich versteckte. „Ich will ihn nicht. Ich will dich. Deinen Mund. Die Art, wie du dastehst, als würdest du die Fähre tragen und nicht umgekehrt. Ich will wissen, wie du klingst, wenn du aufhörst, anständig zu sein. Das ist kein Spiel mit ihm. Das ist ein Satz an dich.“
Yasmin spürte, wie ihr die Hitze in den Hals stieg und tiefer, zwischen die Schenkel, ungebeten und eindeutig. Sie hatte das einmal gedacht, mit sechsundzwanzig, in einem Atelier nach einer Kritik, als eine Kollegin sich über einen Plan beugte und Yasmin zu lange auf die Unterlippe starrte. Sie hatte nichts gesagt. Sie hatte es in eine Schublade gelegt und die Schublade zugeschoben. Jetzt stand die Schublade offen, und Talia hatte den Schlüssel nicht gestohlen. Yasmin hatte ihn selbst hingelegt.
„Ich bin verheiratet“, sagte sie, und es klang nicht wie ein Nein.
„Ich sehe den Ring.“ Talias Blick blieb auf Yasmin’s Gesicht, nicht auf der Hand. „Ich frage dich nicht, ob du ihn verlassen willst. Ich frage dich, ob du mich willst. Jetzt. Nüchtern. Wach. Mit deinem eigenen Mund.“
Yasmin atmete ein. Diesel, nasse Wolle, Tee, Talias Haut. In der Lounge war es hell genug, um Gesichter zu lesen, und dunkel genug, dass niemand sie belauschte. Sie hatte nichts getrunken außer Tee. Talia hielt ein Wasserglas, unberührt von Alkohol, der Rand trocken. Warrick gähnte wieder, harmlos, müde, nicht hier. Yasmin spürte ihre eigenen Brustwarzen gegen den Stoff und schämte sich nicht schnell genug, um die Scham vor die Lust zu stellen.
„Ich will dich“, sagte sie, und die Überraschung saß in dem Satz wie ein Splitter, süß und scharf. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das so sagen kann. Aber ich sage es. Ich will dich mehr, als ich vor einer Stunde für möglich gehalten hätte.“
Talias Augen wurden dunkler. „Gut. Dann lügen wir uns nicht an.“
Warrick stand auf, als hätte die Müdigkeit ihn endlich ganz eingesammelt. Er kam herüber, küsste Yasmin an die Schläfe, roch nach dem Pullover und nach dem Tag. „Ich leg mich hin“, sagte er. „Kabinennummer weißt du. Komm, wenn du magst. Oder bleib noch. Die See ist laut, ich schlafe trotzdem.“
„Schlaf“, sagte Yasmin. Ihre Stimme hielt. Ihre Hand nicht ganz. Er bemerkte es nicht. Er nickte Talia höflich zu, ein Mann, der eine Fremde für eine Mitreisende hielt, und ging den Gang hinunter zu den Kabinen. Die Tür zur Treppe fiel zu. Sein Schritt verlor sich im Dröhnen der Maschinen. Er war weg. Nicht neben ihnen. Nicht in Hörweite dessen, was gleich geschehen würde. Yasmin wartete, bis das Gefühl seines Kusses auf der Schläfe abgekühlt war, und stellte fest, dass die Abkühlung sie nicht nüchterner machte. Sie machte sie nur ehrlicher.
„Deck“, sagte Talia. „Oder willst du hier sitzen bleiben und so tun, als wäre das ein Gespräch über Galerien?“
„Deck.“
Draußen riss der Wind ihnen die Tür fast aus der Hand. Gischt lag auf dem Geländer, kalt, salzig, und die Fähre hob sich, als würde das Meer sie prüfend anheben und wieder fallen lassen. Sie standen im Schutz eines Aufbaus, nicht ganz im Freien, nicht ganz versteckt, die Lampe über ihnen gelb und unruhig. Yasmin’s Haar klebte an der Wange. Talia stellte sich so, dass der Wind sie beide traf und niemand von der Brücke her ihre Münder lesen konnte.
„Sieh mich an“, sagte Talia.
Yasmin sah sie an. Der Blick war kein höfliches Halten. Er war ein Griff. Talia nahm sich Zeit, als würde sie eine Fläche vermessen: die feuchte Unterlippe, die Linie des Halses, die Brüste unter dem Wollkleid, die Hüften, die sich gegen den Stoff drückten, wenn die Fähre stampfte. „Du hast einen Mund, der lügen will und es nicht schafft“, sagte sie. „Und Hüften, die ich seit der Lounge in den Händen haben will. Darf ich.“
Es war keine Frage, die sich als Aussage tarnte. Es war eine Frage.
„Ja“, sagte Yasmin. „Fass mich an. Ich bin wach. Ich habe nichts getrunken. Ich will das. Sag es mir noch einmal, damit ich es höre, und dann hör auf zu fragen, wenn ich ja sage.“
„Ich will dich“, sagte Talia. „Ich nehme dich, wenn du mich lässt. Nicht ihn. Dich.“
Ihre Hand legte sich auf Yasmin’s Hüfte, fest, durch den nassen Wollstoff, Daumen in die Mulde über dem Knochen. Yasmin zog die Luft ein, als hätte Talia eine Naht gefunden, die noch nie berührt worden war. Die Finger wanderten nicht sofort tiefer. Sie blieben, drückten, lernten die Form. Yasmin spürte, wie sie feucht wurde, schnell, beschämend deutlich, ein Ziehen, das den Stoff zwischen ihren Schenkeln warm machte. Sie legte die eigene Hand über Talias, nicht um sie wegzuschieben, sondern um sie dort zu halten, und dann tat sie das, wovor sie sich seit der Lounge gefürchtet hatte, weil es kein Zurück mehr in die Schublade gab.
Sie küsste Talia.
Nicht vorsichtig. Der Mund war salzig vom Gischt, weich, und dann hart, weil Talia den Kuss übernahm, die Zunge hereinschob, Yasmin gegen das kalte Metall des Aufbaus drückte und ihr ein Geräusch aus der Kehle zog, das der Wind sofort verschluckte. Yasmin krallte sich in den Mantel. Talias Schenkel schob sich zwischen ihre, und der Druck traf genau dorthin, wo das Ziehen saß. Yasmin rieb sich einmal dagegen, unwillkürlich, und Talia lachte leise in den Kuss, nicht spöttisch, hungrig.
„Sag es“, murmelte Talia an ihrem Mund. „Laut genug für mich. Nicht für das Meer.“
Yasmin’s Stirn lag an Talias. Ihr Atem ging kurz. „Ich will, dass du mich nimmst. Genau jetzt. Nicht später in einer Kabine, nicht als Idee. Jetzt. Zieh mich irgendwohin, wo mich niemand außer dir anfasst, und mach mich fertig. Ich will kommen. Ich will, dass du mich dazu bringst.“
„Lounge“, sagte Talia. „Hinten, hinter der Trennwand, wo die Sessel stehen, die niemand um diese Zeit will. Wenn du unterwegs nein sagst, hören wir auf. Wenn du ja sagst, höre ich nicht auf, bis du zitterst.“
„Ja.“
Sie gingen nicht an den Kabinen vorbei. Der Gang zur Lounge lag auf der anderen Seite, über einen kurzen Treppenabsatz, vorbei an einem Automaten, der um diese Stunde nur noch dunkles Glas zeigte. Die Lounge war fast leer. Eine Leselampe brannte am anderen Ende, niemandes Gesicht darunter. Hinter der hohen Trennwand aus dunklem Holz roch es nach Teppich und altem Kaffee, und das Dröhnen der Maschinen war hier tiefer, körperlicher, ein Puls im Boden. Talia schob Yasmin in die Ecke, wo die Wand auf die Verkleidung traf, und die Fähre hob sich wieder, sodass Yasmin’s Rücken gegen das Holz stieß.
„Hände an die Wand“, sagte Talia, spielerisch, aber mit einer Stimme, die keinen Widerspruch suchte. „Oder an mich. Such es dir aus. Aber du bleibst hier.“
Yasmin legte die Handflächen flach neben ihren Kopf. „Hier. Nimm mich. Ich will mich fallen lassen. Dominier mich. Nicht grausam. So, dass ich nicht nachdenken muss.“
„Das kann ich.“ Talias Hände fanden den Saum des Kleids und schoben ihn hoch, über die Schenkel, über die Hüften, bis der Stoff sich unter den Brüsten staute. Yasmin trug keinen Slip. Sie hatte ihn in der Kabine gelassen, vor Stunden, weil das Kleid eng saß und sie nicht daran gedacht hatte, dass jemand das wissen würde. Jetzt wusste Talia es. Der kalte Luftzug der Klimaanlage traf nasse Haut, und Yasmin zuckte.
„Fuck“, sagte Talia leise, und das Wort war Bewunderung. „Du bist schon so nass, dass es an den Schenkeln glänzt. Für mich.“
„Für dich.“ Yasmin’s Stimme brach. „Fass meine Brüste an. Bitte. Sie tun weh, so hart sind die Nippel.“
Talia zog das Kleid höher, bis die Brüste frei waren, schwer, die Nippel dunkel und fest in der kühlen Luft. Sie beugte sich nicht sofort. Sie sah. Dann nahm sie eine Brust in die Hand, drückte, hob sie, und schloss den Mund um den Nippel. Die Zunge war heiß. Sie leckte langsam, dann schneller, flach, dann mit der Spitze, und saugte, gierig, bis Yasmin ein Geräusch machte, das sie selbst nicht kannte. Talia wechselte zur anderen Brust, biss leicht, nicht zu fest, genug, dass Yasmin die Hüften nach vorn schob und die Wand im Rücken als Halt brauchte. Speichel kühlte auf der Haut, sobald der Mund weiterzog, und die nächste Berührung brannte süß nach.
„Mehr“, keuchte Yasmin. „Saug fester. Ja. So. Ich will deine Zunge tiefer. Nicht nur da.“
Talia ging auf die Knie. Der Mantel fiel um sie herum auf den Teppich. Sie schob Yasmin’s Schenkel auseinander, eine Hand an der Innenseite, fest, die andere an der Hüfte, und sah eine Sekunde lang hinauf. „Ich lecke dich, bis du kommst. Sag mir, wenn es zu viel wird. Sag mir, wenn du mehr willst. Einverstanden?“
„Einverstanden. Leck mich. Jetzt.“
Der erste Strich der Zunge war langsam, von unten nach oben, durch die ganze nasse Spalte, und Yasmin’s Knie gaben nach. Talia hielt sie. Dann wurde sie gierig. Sie leckte die Schamlippen auseinander, saugte an ihnen, schob die Zunge in die Öffnung, fickte Yasmin damit in kurzen, nassen Stößen, zog sich zurück und kreiste um den Kitzler, ohne ihn sofort zu nehmen, bis Yasmin fluchte und die Hand in Talias Haar schob, nicht um zu führen, sondern um nicht zu fallen.
„Bitte“, sagte Yasmin. „Direkt. Saug an meinem Kitzler. Ich bin so kurz davor, es ist lächerlich.“
Talia schloss die Lippen um die geschwollene Perle und saugte, gleichmäßig, die Zunge schnell darunter. Zwei Finger glitten hinein, gekrümmt, suchten, fanden die Stelle, die Yasmin die Luft nahm, und blieben dort, während der Mund nicht aufhörte. Yasmin ritt die Finger, die Stirn gegen die Wand gedrückt, das Kleid um die Rippen, die Brüste nass von Speichel und kalter Luft. Sie dachte an nichts, was einen Namen hatte. Sie dachte an den Druck, an Talias Nase an ihrem Venushügel, an das schmutzige Geräusch, das ihre eigene Nässe machte.
Der Orgasmus kam hart und ohne Ankündigung, die man noch hätte steuern können. Yasmin’s Schenkel schlossen sich um Talias Kopf, öffneten sich wieder, zitterten. Sie kam auf der Zunge, in den Fingern, mit einem langen, gebrochenen Laut, den der Teppich schluckte. Talia leckte sie durch, langsamer, bis Yasmin an den Haaren zog, nicht weg, nur halt.
„Ich kann noch“, flüsterte Yasmin, heiser, überrascht von sich. „Ich will dich nicht nur empfangen. Ich will auf deinem Gesicht sitzen. Ich will deine Fotze ficken, während du mich leckst. Ist das… willst du das?“
Talia wischte sich den Mund mit dem Handrücken ab und lächelte, nass, unanständig, hellwach. „Ich will, dass du dich auf mein Gesicht setzt und mich reitest, bis du spritzt. Und ich will deine Finger in mir, tief, nicht höflich. Dominanz heißt nicht, dass ich stillhalte. Komm her.“
Sie legte sich auf den Teppich, den Mantel als Unterlage, den Kopf an der Wand, und zog Yasmin herunter. Yasmin schwang ein Knie über sie, das Kleid noch hochgeschoben, und senkte sich, zögernd nur eine Sekunde, dann ganz. Talias Mund war sofort da, offen, die Zunge breit, und Yasmin setzte sich richtig, das Gewicht auf den Schenkeln, die Hände an der Holzleiste über Talias Kopf. Sie ritt. Langsam zuerst, dann härter, die nasse Fotze über Mund und Nase, den Kitzler gegen die Zunge gedrückt, jedes Heben der Fähre ein zusätzlicher Stoß.
„Finger“, keuchte Talia unter ihr, die Stimme gedämpft, deutlich genug. „In mir. Jetzt. Ich bin nass genug, du brauchst keine Umwege.“
Yasmin beugte sich vor, griff zwischen Talias Schenkel, schob den Mantel und den Rock beiseite und fand sie offen, heiß, glitschig. Zwei Finger glitten hinein ohne Widerstand. Yasmin krümmte sie, stieß, fickte sie im Takt ihres eigenen Reitens, und Talia stöhnte in Yasmin’s Fleisch, ein Vibrieren, das direkt in den Kitzler ging. Yasmin nahm einen dritten Finger dazu, weil Talia die Hüften hochdrückte und „mehr, tiefer, so, fick mich“ in sie hineinsprach, nass und undeutlich und eindeutig.
„Du schmeckst nach Sturm“, sagte Talia, kurz den Mund frei, dann wieder saugend. „Reite fester. Benutz meinen Mund. Ich will, dass du kommst und mich vollspritzt. Ich will dich schmecken, wenn du gehst.“
„Dann leck nicht höflich“, stieß Yasmin hervor. Sie ritt härter, die Schenkel zitternd, die Finger in Talia schnell und tief, der Handballen gegen den Kitzler der anderen Frau gerieben. Talia’s Fotze zog sich um ihre Finger zusammen, rhythmisch, gierig. Yasmin spürte den zweiten Orgasmus kommen wie eine Welle, die nicht nur im Kitzler saß, sondern im ganzen Unterleib, ein Druck, der sich nicht nur entladen, sondern aus ihr herausbrechen wollte.
„Ich komme“, sagte sie, laut, warnend, bittend. „Talia, ich… ich spritze, ich kann das nicht halten…“
„Halt es nicht“, sagte Talia, und saugte fester, die Hände an Yasmin’s Hüften, sie herunterdrückend, sie reitend haltend.
Yasmin kam, und diesmal war es nass auf eine Art, die sie an sich nicht gekannt hatte. Ein Schwall, heiß, aus ihr heraus, über Talias Mund, Kinn, Hals. Sie schrie leise, gebrochen, ritt weiter, weil der Orgasmus nicht aufhörte, ein zweiter Stoß Flüssigkeit, ihre Schenkel nass, Talias Gesicht nass. Gleichzeitig zuckte Talia unter ihr. Yasmin’s Finger wurden zusammengepresst, und Talia spritzte auch, ein heißer Schub über Yasmin’s Hand, das Handgelenk, den Teppich, während sie Yasmin’s Kitzler weiterleckt, gierig, bis beide nur noch zitterten und die Fähre sie gemeinsam schaukelte wie etwas, das nicht mehr unterscheiden konnte, wer wen hielt.
Talia lachte atemlos unter ihr, spielerisch, dominierend noch im Liegen, die Hände fest an den Hüften, damit Yasmin nicht zu früh aufstand. „Bleib. Noch ein bisschen. Ich bin noch nicht fertig damit, dich zu schmecken. Du hast dich so schön fallen lassen. Gute Frau.“
Yasmin blieb, zitternd, die Stirn gegen die Leiste, die Finger noch in Talia, langsam jetzt, ausmelkend, bis Talia leise seufzte und die Hüften sinken ließ. Dann zog Yasmin die Finger heraus, vorsichtig, und rutschte zur Seite, auf den Mantel, das Kleid um die Taille, die Brüste bloß, beide Frauen nass, erschöpft, befriedigt auf eine Weise, die in den Knochen saß.
Sie ordneten sich nicht sofort. Eine Minute lang war nur Atem da, das Dröhnen, der Geruch von Sex und Teppich und Salz, das noch in den Haaren hing. Talia wischte sich das Gesicht mit dem Innenfutter des Mantels ab, ohne Eile, und reichte Yasmin ein Taschentuch aus der Manteltasche, praktisch, als hätte sie gewusst, dass Nässe dazu gehört. Yasmin trocknete die Schenkel, so gut es ging. Der Stoff des Kleids war an einer Stelle dunkel. Sie zog es herunter. Die Nippel drückten noch dagegen, überempfindlich. Talia knöpfte die Bluse, strich den Rock glatt, band das Haar neu. Von außen hätten sie zwei Frauen sein können, die zu lange wach gewesen waren.
„Das war gut“, sagte Talia. Ihre Stimme war wieder die aus der Lounge, klar, fast kühl, nur ein Rest Heiserkeit darunter. „Wild. Und sauber im Kopf. Du hast ja gesagt. Ich auch. Niemand war betrunken. Niemand hat geschlafen daneben. Das zählt.“
„Ja“, sagte Yasmin. Es zählte. Es zählte und es reichte nicht.
Sie standen auf. Yasmin’s Knie waren weich. Sie strich das Kleid über die Hüften und spürte, wie die Nässe zwischen den Schenkeln beim Gehen wieder warm wurde, ein Nachhall, kein neues Verlangen, eher der Beweis. Talia hängte den Mantel über den Arm. Sie wirkte gesammelt, als hätte sie eine Arbeit beendet und den Raum bereits verlassen, obwohl sie noch darin stand. Yasmin suchte in diesem Gesicht nach dem Hunger von vorhin und fand ihn nicht mehr auf sich gerichtet. Das war das Erste, was sich falsch anfühlte. Nicht die Schuld. Die Geschwindigkeit, mit der Talia fertig war.
Sie gingen den Gang zurück, nicht zur Kabine, nur bis zur Gabelung, wo die Treppe zu den Schlafdecks abzweigte. Hinter der Metalltür, irgendwo weiter unten, lag Warrick und schlief, den Katalog vielleicht noch auf der Brust, vertrauend auf eine Frau, die um Mitternacht Tee trank und auf das Meer sah. Yasmin’s Handy vibrierte in der Manteltasche des Kleids. Sie zog es heraus. Eine Nachricht von ihm, vor zwölf Minuten, halb verschlafen getippt: Komm, wenn du willst. Ich lass das Licht an. Die See ist laut. Ich schlafe trotzdem.
Talia las nicht mit. Sie musste nicht. Sie sah den Namen auf dem leuchtenden Glas, und für einen Herzschlag war der Blick wieder da. Hungrig. Derselbe Blick wie an der Bar, als Warrick noch im Sessel gesessen hatte und Yasmin nur die Frau neben dem Bild gewesen war. Er dauerte nicht lange. Talia schlug die Augen nieder, höflich fast, und sagte leise: „Er schläft wie jemand, der dir vertraut. Das ist ein schönes Bild. Behalt es, wenn du kannst.“
Es war kein Satz, der etwas forderte. Genau deshalb setzte er sich falsch. Yasmin steckte das Handy weg. Ihre Finger rochen noch nach Talia, trotz des Tuchs, ein süßer, deutlicher Geruch, den sie in der Kabine nicht würde erklären können, wenn er wach genug war, um sie an sich zu ziehen. Sie hatte gewollt, was geschehen war. Sie hatte es gesagt, laut, nüchtern, zweimal. Ihr Körper war befriedigt, die Schenkel noch glitschig, der Mund wund vom Küssen. Und trotzdem stimmte etwas nicht, als sie die Tür zur Treppe ansah und nicht hindurchgehen konnte.
„War ich das Ziel“, fragte sie, und die Frage kam zu spät, um noch mutig zu sein, „oder war ich der Weg zu dem Blick, den du auf ihn hattest?“
Talia schwieg einen Moment zu lange. Der Sturm schlug irgendwo gegen eine Luke. „Du warst das, was ich genommen habe“, sagte sie schließlich. „Mehr gebe ich dir nicht mit. Nicht heute Nacht.“
Yasmin nickte, weil ein Nicken weniger verriet als eine Stimme. Sie zweifelte nicht daran, dass sie gekommen war. Sie zweifelte daran, dass das reichte, um morgen neben ihm zu sitzen und denselben Tee zu trinken, ohne dass die Lüge im Becher schwamm. Talia berührte ihre Wange einmal, kurz, ohne den Kuss zu wiederholen, und ging zur Bar zurück, die geschlossen war, als suchte sie nur einen Ort, an dem man stehen konnte, ohne jemandem zu gehören.
Yasmin blieb an der Gabelung. Das Licht in der Kabine würde an sein. Sie wusste nicht, ob sie es ausmachen oder darunter stehen bleiben würde, nass unter dem Kleid, den Ring am Finger, und sich fragen, wann genau in dieser Nacht etwas in ihr sich verschoben hatte, das sich nicht mehr in den alten Grundriss zurückschieben ließ.
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